Lügen, Sexismus und Unternehmertum

Der erotische Semesterplaner von zwei BWL Studenten von der Freien Universität Berlin und der (Alibi-) Frau von der Hochschule für Wirtschaft und Recht scheint Anlaufschwierigkeiten zu haben. Eineinhalb Monate nach dem Erscheinen scheint der breitangelegte ( :lol: ), sexistisch boulevardesken Werbekampagne des Semplaers die Luft auszugehen. Außerdem scheinen die Verantwortlichen, wie der Blog des AStA der FU Berlin schreibt, Leon B., Florian S. und Jasmin S. es mit den Tatsachen nicht so genau genommen zu haben.

In Foren (1, 2, 3) und in Interviews erweckten sie zwar den Eindruck, sie würden Mittel des FU Projekts funpreneur bekommen, was wohl nicht ganz richtig ist. Hinzu kommt, daß sie in ihrem e-Mail Kontakt ebenfalls den Anschein erwecken, die drei gehörten zum funpreneur Team. Dumm nur, daß Elisabeth Busse, die Ansprechpartnerin für das Projekt, negiert, daß der Studi-Kalender Geld bekommen hätte.

Sehr viel amüsanter ist aber, wie sich die die beiden Typen gegen den Vorwurf des Sexismus wehren. In einem Interview mit der völlig uniteressanten Campus-Zeitung Furios, die ebenfalls keine Scheu vor der Reproduktion (hetero-) sexueller Rollenklischees hat und diese offenbar auch positivistisch auslebt, erläutern sie dies bestechend simpel.

Richtig Ärger hat es nie gegeben. In einer E-mail wurden wir als Sexisten beschimpft, so ist es aber nicht, dafür sorgt auch die Frau im Team.

Was für eine Begründung. Weil eine Frau ebenfalls dabei ist, ist der Nacktkalender natürlich nicht sexistisch. Dafür sorgt sie schon. Nur wie, bleibt unklar.

Die sexistische Typisierung des erotischen Semesterplaners mit zehn Seiten Information – scheinbar nach dem Vorbild des kostenlosen AStA stud.kal – setzt sich in der Auswahl der Modells fort. Der Mix soll nämlich den Reichtum an verschiedenen ethnischen Gruppen auf dem Campus der Berliner Universitäten gebührend hervorheben und so ausbeuten. Die Modells wurden im Übrigen, wie im Interview erläutert wird, für ihre fetischisierte Körperentblössung mit einem professionellen Fotoshooting belohnt, womit sie nach Angaben der Unternehmer zufrieden gewesen wären (und vor allem sein mußten).

Aber zurück zum erotisch exotischen Mix Es sollte nämlich für jeden Mann etwas dabei sein.

Wir haben darauf geachtet, dass die Mädels das nicht professionell machen und haben auch keine großen Photoshop-Korrekturen vorgenommen. So sind die Frauen auch in echt.

Genau, Frauen ziehen sich zu kommerziellen Zwecken aus, sie lassen sich gerne sexy ablichten, weil sie eben so klug und schön sind. Denn alle Frauen sind eben ein Rudel Titten. Das ist weder sexistisch, noch irgendwie anders abwertend. Was für eine Blödsinn!

Ich frag mich, was schlimmer ist: die fortgesetzte Mär von der Unterstützung der drei UnternehmerInnen durch profund, oder der ekelhafte Sexismus, dem sich nun bereitwillig neoliberale vermeintliche Studentenzeitungen anschließen und so heterosexuelle Normalisierung betreiben, die sich hinter positivistisch affirmativer Unternehmerleistungen verstecken. Beides ist in jedem Fall widerlich! Ersteres zeigt allerdings deutlich, wohin die drei wollen. Letzteres macht sie zu Sexist_innen.


2 Antworten auf „Lügen, Sexismus und Unternehmertum“


  1. 1 Krempler 31. August 2009 um 8:17 Uhr

    warum löschtest du mein kommentar?

  2. 2 Machnow 31. August 2009 um 14:11 Uhr

    :lol: kommentare schreiben will gelernt sein!

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