Freiheit für das Tempelhofer Feld!

Das wird die reaktionäre Flugbetriebssekte ganz bestimmt mächtig nerven. Die autonomen Interessenverteter haben sich wieder einmal erdreistet, die Pläne der Anwohner_innen zu mißachten und das Tempelhofer Feld zu besetzen. Und es ist nix kaputt gegangen. Sogar der Zaun ist noch ganz! Innerhalb von kürzester Zeit haben die Aktivist_innen für eine Öffnung der Wiese für alle Berliner_innen erneut ein politisches Zeichen gesetzt.

Die Flugbetriebsautisten haben derartiges nicht geschafft. Sie behaupten zwar immer noch, sie wären durch den Bürgerentscheid legitimiert und hätten irgend ein ominöses Mandat. Was für eines das sein soll, wissen sie selbst offenbar nicht recht. Schließlich gibt es kein Mandat aus einem Bürgerentscheid. Damit entlarven sich die konservativen Revolutionäre gegen eine Wowereit / SPD / Autonomen / usw Diktatur als mäßig politisch geschulte Zeitgenossen. Offenbar fehlt den reaktionären Luftfahrtfetischisten einiges an Wissen über die Mechanismen der bundesdeutschen Demokratie.

Die Squatting Tempelhof Aktivist_innen sind da ganz anders. Sie wissen, daß sie eine politische Auseinandersetzung führen. Sie haben es gestern wieder einmal geschafft die Aufmerksamkeit auf ein Objekt zu lenken, das jeden Tag den Begriff Sperrgebiet neu definiert. Obwohl es sich schlicht um eine Wiese handelt, wird diese massiv durch private und staatliche Sicherheitsdienste beschützt.


Weitere Bilder von Björn Kietzmann gibts hier

Wo die Be-4-Tempelhof Sekte nur das Mantra Flugbetrieb stoisch wiederholt, fordern die Squatter_innen endlich das Tempelhofer Feld zu öffnen, eine kommerzielle Bebauung (und Nutzung) zu verhindern, die Anwohner_innen nicht zu vertreiben und vor allem die Privatisierung öffentlicher Räume sowie die sogennannte Stadtteilaufwertung zu beenden.

Die Forderung bleiben solange aktuell, bis eine ernsthafte politische Diskussion geführt wird und der Zaun fällt. Dann können endlich soziale Freiraum-Projekte auf dem Gelände etabliert werden. Ob es nun Wagen sind oder Gärten.

Die reaktionären Flughafenfetischisten können nur Kommentarlisten zu spammen. Sie suchen Bündnisparter_innen in grundsätzlich gegensätzlichen politischen Strukturen. Sie nerven mit e-Mails. Aber vor allem schaffen sie es nicht eine einzige Kundgebung zu organisieren. Nicht einmal ein Picknick oder Brunch ist drin. Eine Demo wird es von diesen konservativen Autisten nie geben. Sie sind einfach nur eine virtuelle Performance, die sich aufplustert und eigentlich völlig irrelevant sind!


15 Antworten auf „Freiheit für das Tempelhofer Feld!“


  1. 1 the bastian 27. Juli 2009 um 15:04 Uhr

    liebes aka,

    ersteinmal hoffe ich, dass dieser kommentar nicht als zuspammen aufgefasst wird.

    der flughafen tempelhof ist nunmal nicht einfach nur eine wiese, wenn man die fakten so reduziert, habt ihr natürlich recht. dann ist es hirnrissig, sie zu beschützen. ich freue mich auch ein wenig drüber, dass es nun endlich mal jemand geschafft hat :)

    ABER: was wurde erreicht? die bei der ersten aktion angekündigten 10000 besetzer waren nicht vor ort und auch über diese aktion jetzt wurde ich nur hier unterrichtet. das oft vorgebrachte argument: „wir sorgen für medienecho“ ist so nicht haltbar.

    ebenso ist es fraglich, ob ihr wirklich im interesse der anwohner handelt. in diskussionen mit meinen nachbarn hörte ich oft den satz: „ich bin zwar dagegen, wie der senat die sache behandelt, die chaotenlösung will ich aber auch nicht!“

    jetzt wird wieder der einspruch kommen, dass es sich dann um verblendete bildzeitungsleserspiesser handelt – letztendlich sind aber viele anwohner genau diese klientel

  2. 2 Machnow 27. Juli 2009 um 15:30 Uhr

    Mit den Spammern sind andere gemeint. Die Flugbetrieb-Sekte und ihr Umfeld ist penetrant und nervig…

    Ansonsten scheint die „Besetzung“ doch gut gelaufen zu sein. Es war offensichtlich eine symbolische Aktion. An eine längerfristige Besetzung hat, glaub ich, keiner gedacht. Es ist nix „kaputt“ gemacht worden. Deshalb weiß ich nicht, wer gestern Chaoten gesehen hat. Das brutale Abführen der uniformierten „Chaoten“, die übrigens zu solchen Anläßen gerne Sperrräume von 50 m vom Zaun etablieren, meinst du bestimmt nicht!

    Das Problem sehe ich darin, daß der Protest der Initiative aus der Oderstr. und anderen als „Chaotenlösung“ von bestimmten Zeitungen bezeichnet wird. Diese Definition eines friedlichen Protestes – zumindest gestern – und an all den anderen Sonntagen ist schon eine Frechheit.

    Worin besteht denn die Chaotenlösung? Die Öffnung an sich kann chaotisch werden, hat aber mit Chaoten weniger zu tun. Die gibts in ganz Berlin, in Stadien, in S-Bahnen usw.

    Der Senat hat eben auch keine Lösung. Oder doch, er will kommerziell bebauen. Er will die sozialen Strukturen verändern, was langfristig zu einem Auszug der heutigen Bewohner_innen führen wird. Und wo sollen die hin? Nach Marzahn? Hellerdorf?

    Also, die Aktivist_innen und die Anwohner_innen sind nicht weit voneinander entfernt. Leider reden sie zu wenig miteinander. Die AKtivist_innen nehmen sehr viel Rücksicht auf die Anwohner_innen. Sie sind nicht diejenigen, die an dem Sperrbezirk Tempelhofer Feld „Schuld“ sind. Es ist die Berlienr Politik.

    Ich habe den EIndruck, daß viele Anwohner_innen meinen, es hat sowieso keinen Sinn zu protestieren, für die Öffnung zu demonstieren. Wahscheinlich meinen sie, der Senat macht es sowieso, wie er will.

    Die Aktivist_innen dagegen wollen nicht aufgeben. Sie sind auch sichtbar. Schließlich gibt es Bilder von der Aktion. Für das Medienecho sind sie nicht zuständig, sondern die Medien selbst. Die müssten schon von slebst berichten. Eine fehlende Berichterstattung den Aktivist_innen vorzuwerfen ist nicht fair!

    Also, das Pciknick ist eine gute Möglichkeit ins Gespräch zu kommen und sich über die Pläne, Ideen usw zu unterhalten. Damit Voruteile abgebaut werden können und jede_r Anwohner_in slebst entscheiden kann, ob dies nun Chaoten sind oder nicht.

  3. 3 the bastian 27. Juli 2009 um 16:29 Uhr

    „Für das Medienecho sind sie nicht zuständig, sondern die Medien selbst. Die müssten schon von selbst berichten. Eine fehlende Berichterstattung den Aktivist_innen vorzuwerfen ist nicht fair!“

    hm, die argumentation ist doch aber die gewesen, dass der sinn einer besetzung das medienecho ist – jetzt den medien vorzuwerfen, dass sie nicht berichten – so ganz schlüssig scheint mir das nicht.

  4. 4 Machnow 27. Juli 2009 um 16:35 Uhr

    es gab ein lange positives echo zum 20igsten. das jetz nix mehr passiert ist offensichtlich ebenso geplant. aber bilder gibt es. eine presserklärung der besetzer_innen gab es noch während der besetzung. also von seiten de aktivist_innen wurde für ein „medienecho“ viel getan.

    im übrigen ist das thema anbiederung an medien durchaus umstritten. schon zur freiraumdemo gabs diskussionen.

  5. 5 Bakunin 27. Juli 2009 um 21:06 Uhr

    Die berechtigte Frage von Anwohnern wäre natürlich, ob die Aktivisten auch etwas anders „dulden“ würden als Wagenburgen und Gemeinschaftsgärten. Eine kommerzielle Bebauung auszuschließen, ist nicht sehr sinnvoll. Vielmehr sollte man für Sozialverträglichkeit und eine gute Kombination kommerzieller und nichtkommerzieller Ansätze sorgen.

    Den Medien ein Nichtberichten vorzuwerfen, ist in der Tat nur bedingt sinnvoll, weil es sich doch eher um eine kleinere (aber durchaus relevante) Aktion handelte. Aber zumindest die Menschen die so schlau sind ein taz-Abo zu haben werden morgen darüber was lesen können. ;-)

  6. 6 Ingeborg 28. Juli 2009 um 7:00 Uhr

    Wir machen den Weg frei:

    Da freuen sich die Stegbügelhalter (Autonomen, Chaoten und Wirrköpfe) für die Spekulanten und Umweltzerstörer.

    Welche Interessen vertritt das Squat tempelhof eigentlich wirklich?

  7. 7 Machnow 28. Juli 2009 um 10:04 Uhr

    Autonome & Spekulanten, Heuschrecken & Hooligans, Anarchist_innen & Warenhausketten – Vereinigt euch!

    Gegen die Be-4-Tempelhof Sekte!
    Gegen die Natur!
    Für die Befreiung vom Joch des Flugbetriebs!

    :lol:

    ps. eine müllhalde wirkt auch mietsenend. ingeborg und konsorten, warum seid ihr nicht für eien etablierung einer längst notwendigen m+üllhalde auf dem tempelhofer feld. die öko-bilanz wäre dann sogar noch besser.

  8. 8 M. A. Bakunin 28. Juli 2009 um 12:44 Uhr

    Will Ingeborg ernsthaft andeuten, dass ein aktiver Flughafen dem Umweltschutz zuträglich wäre?

  9. 9 Machnow 28. Juli 2009 um 12:54 Uhr

    ja! ingeborg (alias rex westerwelle), hannes udn die anderen luffahrtfetischisten denken, daß der flugbetrieb ökologischer wäre, als eine öffnung des tempelhofer feldes.

    In einen Gespräch mit einem Naturschutzvertreter in Verbindung mit der Musikpyronale kam folgende Erkenntnis auf: Mit Flugbetrieb waren der Naturschutz und der Schutz der Tierwelt besser.

    also, nicht nur „flugbetrieb gegen spekulanten“ – was schon blödsinnig genug ist, sondern auch „flugbetrieb für die ökologie“ :lol:

    wenn die das nicht wirklich ernst meinen würden, dann wäre es geniale realsatire. vielleicht ist die titanic ja umgesattelt und hat jetzt ein neues projekt gestartet. mit sinnfreien slogans 60.000 stimmen kassieren :lol:

  10. 10 the bastian 28. Juli 2009 um 16:17 Uhr

    zumindest haben sich während des flugbetriebes seltene arten angesiedelt

  11. 11 Machnow 28. Juli 2009 um 17:46 Uhr

    komm, du willst doch nicht ernsthaft behaupten, daß du die kerosinverseuchung der luft mit veralteten flugzeugen und kleinmaschinen als ökoligisch bezeichnen willst.

    und die „seltenen arten“ kamen nach ende des flugbetriebs zurück. außerdem ist eine ökologische diskussion, die sich lediglich auf die artenvielfalt bezieht, unredlich. die negation der anderen ökologischen aspekte, wie CO2 ausstoß, feinstaub, hoher energieverbrauch der verkehrstechnischen anlagen usw, macht eine ernsthafte auseinandersetzung zu eienr farce.

    „flugbetrieb für die natur“ ist ähnlich absurd, wie „atomstrom für die umwelt“. beides funktioniert nur unter mißachtung wichtiger ökologischer aspekte.

    aber das weißt du doch eigentlich the bastian ;-)

  12. 12 the bastian 29. Juli 2009 um 14:02 Uhr

    ich wollte ja auch nicht sagen: flugbetrieb ist gut für die umwelt, sondern nur, dass sich auch seltene arten angesiedelt haben. und dass schon zu zeiten des flugbetriebes.

    ick würd ja n see an dieser stelle geil finden

  13. 13 rosty 29. Juli 2009 um 14:10 Uhr

    moin moin.

    also erstmal respekt, dass ihr endlich drauf wart. schaqde dass ick erst auf tfa.blogsport davon erfahren habe. Wo bleibt die Info der anwohner? da wären sehr viele wieder mit beigewesen!!!!

    und ganz ehrlich: mit diesem luftbetirebsfetischisten habt ihr n bissl unrecht: ich will uauch gerne dass THF wieder in betrieb genommen wird. und dass sag ick als anwohner. Weil es unser kiez ist, der grade luxuxsaniert wird. unser kiez wo uns schon vom vermieter gesagt wird dass er uns eigentlich gar nicht mehr hier haben will, da wir alsw hartz4er oder arbeiter nicht genügend geld einbringen…

    wenn also THF öffnet, bin ick gerne bereit den fluglärm wieder in kauf zu nehmen. zudem greift dann auch wieder das nachtflugverbot, was zurzeit echt missachtet wird… zudem werden ja immer noch vips über THF ein- und ausgeflogen, aber das ignoriert ja jeder….

  14. 14 Machnow 29. Juli 2009 um 16:24 Uhr

    also, ich will den fluglärm nicht haben. als anwohner_in. aber ich wäre für ein müllhalde. mit angeschlossener biogas anlage. die würde den mietpreis ebenfalls senken…

    berlin hat ein riesen müllproblem. es „exportiert“ müll – nicht selten illegal – nach ostdeutschland, sprich brandenburg. das kostet richtg schotter, ist nicht gerade nachbarschaftsfreundlich und überhaupt.

    in berlin existiert mit dem tempelhofer feld eine riesen freifläche, die partiell sowieso belastet ist und platz für verschiedene angebote rund um die müllentsorgung bietet. in den denkmalgeschützten hangars könnten biogas anlagen installiert werden. die hallen sind so riesig, da könnte der energiebedarf für ganz berlin hergestellt werden.

    die unattraktive lage neben einer entsorgungsanalage würde außerdem dafür sorgen, daß die mieten langfristig stabil bleiben. außerdem gäbe es ne menge arbeitsplätze für die schlecht ausgebildeten neuköllner anwohner_innen.

    be-4-tempelhof könnte deshalb auch lauten…
    be-4-müllhalde!

    [ironie aus]

  15. 15 Machnow 29. Juli 2009 um 16:27 Uhr

    @the bastian. nen see fänd ich auch hübsch. platz genug wäre dafür ja. ich würde den bereich eben auch sehr zurückhaltend „kultivieren“. so würden die seltenen arten nicht verdrängt werden…

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