Sexistische Verbalrotze sorgt für Sponsorenflaute

Es hat sich ausgeprollt. Das sexistische Interview des selbsternannten Campus Magazins Furios wird sich demnächst wohl ihrem Namen gerecht verabschieden müssen. Wie der asta Blog der Fu Berlin berichtet, hat der Alumni Verein Ernst Reuter Gesellschaft sich von den sexistischen und vor allem vulgären Inhalten distanziert und wird die Finanzierung des Projektes einstellen.

Da die Ernst Reuter Gesellschaft der Hauptsponsor der Furios ist, wird es eine weitere Veröffentlichung mit Mitteln der Freien Universität nicht mehr geben. Die Redakteure werden wohl außerhalb der Uni auf die Suche nach Geldgeber_innen gehen müssen. Emanzipative Organsiationen, Bündnisse und Initiativen fallen flach. Privatwirtschaftliche wollen sich ganz bestimmt nicht mit dem Label sexistisch, frauenverachtend und vulgär schmücken. Bleibt also nur noch der RCDS / CDU oder andere rechtskonservative Vereine.

Ausschlaggebend für den Rückzug der Ernst Reuter Gesellschaft scheint vor allem die (Nicht-) Reaktion auf die berechtigte Kritik an dem Interview mit den Macher_innen des Semplaers gewesen zu sein. Die Redakteure der Furios versuchten sich mit der Konstruktion das Interview wäre ironisch gebrochen, es sei nicht ernst gemeint und überhaupt kommen die Macher des Semplaers gar nicht gut weg, zu verteidigen. An einer inhaltlichen Auseinandersetzung waren sie allerdings nicht interessiert. Von den sexistischen Klischees und dem schwachen Stil wollten sie sich auf keinen Fall distanzieren, sondern verharmlosten lediglich.

Der Trubel um die unwichtige Publikation hat sich also doch gelohnt. Außerdem steht der Semplaer genau in der Ecke, wo er hingehört. Mit dem Interview haben sich die drei Jungunternehmer_innen ein schönes Eigentor geschoßen.