Medienschau am Sonntag (18)

Die Medienschau am Sonntag kommt heute wieder am Montag. Gestern wollte ich den lauwarmen Sommerabend doch lieber damit zubringen mir die berühmte Bar 25 in Berlin Friedrichshain anzusehen. Leider durfte ich das überteuerte Bier dort nicht genießen denn nur geladene Gäste durften die mit einer kräftigen Mauer gesicherte Anlage betreten. Und so tokelten in das Etablisment knappst bekleidete, meist hochalkoholisierte Menschen hinein und ich musste mir eine andere Lokalität zum Biergenuss suchen. Bevor es nun losgeht mit der Schau hier noch ein kleiner musikalischer Hochgenuss. :-)

Super Symbolfotos (69)“ (stefan-niggemeier.de vom 10.08.2009)
Stefan Niggemeier sammelt Fundstücke aus den Medien, die zu denken geben. So wie die Illustration zu einer Meldung, dass ein britischer Soldat zwei Kollegen erschossen hat. Das Bild zeigt einen barbrüstigen Mann mit Gewehr; der Kopf ist verdeckt. Aber es handelt sich nicht um den schießwütigen britischen Soldaten, sondern um ein Bild des russischen Neozaren Waldimir Putin. Ein Schelm der böses dabei denkt.

Hoher Salzgehalt in vielen Fertigprodukten“ (foodwatch.de vom 10.08.2009)
Ernährung – auch eine schlechte – ist Privatsache. Dafür aber muss mensch wissen was er eigentlich isst. Ein Beispiel dafür ist der teilweise extrem hohe Salzgehalt bei Fertiggerichten, Käse und Schokolade, was besonders für Menschen mit hohem Blutdruck relevant ist. Entweder erkennt mensch den Salzgehalt gar nicht, oder er wird als Natrium chiffriert. Foodwatch fordert deswegen eine „Nährwertampel“ für alle Lebensmittel, doch die politischen Bestrebungen in diese Richtung sehen bisher mau aus.

Attac Sommerakademie – sozialer Protest als Weg aus der Krise“ (bewegung.taz.de vom 10.08.2009)
Vom 4. bis 9. August fand in Karlruhe die Attac Sommerakademie statt. Etwa 700 Aktivisten haben an den Workshops und Seminaren teilgenommen. Das globalisierungskritische Netzwerk erwartet verstärkte soziale Proteste ab Oktober, also nach den Bundestagswahlen. Wegen der zu erwartenden Massenentlassungen hat sich ein neuer Attac Arbeitskreis gegründet, der die Belegschaften der von Insolvenz bedrohten Betriebe unterstützen und beraten möchte.

‚Am Kragen packen und ins Gesicht schreien‘“ (spiegel.de vom 12.08.2009)
Juli Zeh ist eigentlich Romanschriftstellerin, doch nun hat sie ihr erstes Sachbuch zum Thema Datenschutz und Bürgerrechte veröffentlicht. Der Anlass dazu ist der immer weiter ausufernde Überwachungsstaat. Mit ihrem Buch möchte sie die Menschen aus ihrer Lethargie befreien und die politische Seite von Internetsperren, Überwachungskameras und Datamining aufzeigen. Große Hoffnungen setzt Juli Zeh in die Piratenpartei (die am 13. August mit ihrem Bundestagswahlkampf begonnen hat), denn: „Bürgerrecht in der digitalen Welt muss ein Querschnittsthema werden wie es der Umweltschutz ist.“

Callcenters, eine windige Branche“ (nachdenkseiten.de vom 14.08.2009)
Callcenter sind oft ziemlich windige Unternehmen: geringe Löhne (im Durchschnitt zwischen 5,50 und 6,80 Euro), oft Zeitarbeitsverträge, hoher Arbeitsdruck, permanente Überwachung und wenig Solidarität zwischen den Mitarbeitern, da die meisten nur wenige Monate in einem Unternehmen bleiben. Derzeit sind circa 400.000 Menschen in der Branche beschäftigt. Das Callcenter „Bestseller“ hat sich dabei etwas ganz besonderes für ihre Mitarbeiter ausgedacht: Laut Arbeitsvertrag gibt es 25% Lohnaufschlag, wenn der Beschäftigte an keinem Tag krank ist. Da der Grundlohn aber extrem gering ist, bedeutet das inoffiziell: wer krank wird, kriegt wesentlich weniger Lohn.

Strafanzeigen und Hungerstreik“ (taz vom 14.08.2009)
In der Nacht vom 12. auf den 13. August hat die Polizei in Dänemark dem Kirchasyl zum Trotz 18 irakische Flüchtlinge, von denen einige schon über 10 Jahre im Land sind, aus einer Kirche entführt. Beim Abtransport haben Aktivisten spontan versucht den Bus durch zivilen Ungehorsam aufzuhalten. Die Polizisten sind dabei außerordentlich brutal vorgegangen. Ein Video hat bis in konservative Kreise hinein für Aufsehen gesorgt. Die Flüchtlinge sind in den Hungerstreik getreten, gegen die Polizisten wird aller Voraussicht nach Strafanzeige gestellt.

Aufbauen statt Draufhauen“ (telepolis vom 16.08.2009)
Computerspiele sind nicht zwangsläufig Killerspiele, wie wohl die meisten CDU-Politiker vermuten. Das neue „Anno 1404″ ist ein gutes Beispiel dafür. In der dritten Fortsetzung der Anno-Reihe geht es wieder darum Städte aufzubauen. Der Fortschritt ergibt sich dadurch, dass die Bedürfnisse aller simulierten Menschen gleichermaßen gedeckt werden. Das ist nicht nur ziemlich friedlich, sondern hat auch einen versteckten politischen Inhalt. Allerdings kann man damit eine Menge Zeit verbringen und im schlimmsten Fall Symtome von Abhängigkeit zeigen.


1 Antwort auf „Medienschau am Sonntag (18)“


  1. 1 Machnow 18. August 2009 um 21:35 Uhr

    zum thema polizeigewalt ist nicht nur dänemark einschlägig. österreich hat vor einigen tagen jugendliche erschossen. die polizisten haben wahrscheinlich nichts zu befürchten. den die täter werden politisch und medial zu opfern gemacht.

    das schanzenfest und der überfall auf das jolly roger in hamburg, der bei jedem heimspiel von st. pauli immer noch tausende wütende hamburger_innen anzieht, weil die verantwortlichen immer noch nicht ermittelt werden (sollen), ist ebenfalls ein beispiel aus deutschland.

    es gibt bestimmt noch sehr viel mehr…

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