Der Schröderwahnsinn erklimmt neue Höhen

Gerhard Schroeder Wahnsinn Der Realitätsverlust in der Führungsriege der SPD setzt sich weiter fort. Steinmeier verspürt Rückenwind und generiert sich als Wahlsieger. Münte kann das Wort Linke nur mit Würgen aussprechen. Große Koalition und Regierungsbeteiligung dagegen geht ihm problemlos über die Lippen.

Hannelore Kraft, die SPD-Landesvorsitzende von Nordrhein-Westfalen, sieht die Sozialdemokraten im Aufwind, obwohl sie ihr historisch schlechtestes Ergebnis in NRM eingefahren haben. Gabriel polterte bei Anne Will anmaßend gegen FDP und CDU ohne eigene Inhalte transportieren zu können und faselt etwas von der Herrschaft der Umfragen.

Diese ominöse Herrschaft der Umfragen wäre gestern gebrochen worden, behauptet er felsenfest mehrmals. Außerdem warf er der FDP – dem gestrigen Wahlgewinner – vor, liberale Nationale Front Blockflöten über- und Alugeld angenommen zu haben, weshalb unbedingt eine Auseinandersetzung der Liberalen mit ihrer DDR Vergangenheit stattfinden müsse. Des Weiteren legte er besonderen Wert darauf auch Mitglied einer bürgerlichen Partei zu sein.

Den absoluten Vogel hat allerdings Michael Spreng abgeschossen. Der behauptet, daß 2-2,5 Mio. SPD Wähler irgendwo in irgendeinem Warteraum schlafen, die durch einen zu lauten Wahlkampf von Frau Merkel auf keinen Fall geweckt werden dürfen. Auf diese These stützte sich im Übrigen auch Gabriel.

Er behauptete, davon genauso überzeugt, wie von der Existenz einer Herrschaft der Umfragen, daß eine höhere Wahbeteiligung der SPD nützen würde. Das hat sich im Saarland beeindruckend bestätigt :lol: In Thüringen gewinnen die Sozialdemokraten gerade soviel Prozente, wie die FDP und bleiben dennoch beinah 10 % hinter den Linken, die näher an die CDU rücken können. In Sachsen hat die SPD halb so viele Stimmen, wie die Linken und muß damit rechnen bald einstellige Ergebnisse einzufahren.

Aber sonst ist die ehemalige Volks- und Arbeiterpartei mit abgebrochenen Beziehungen zu den Gewerkschaften nicht schlecht aufgestellt. Ähnlich absurd und unterhaltsam, wie die völlig realitätsfremden und profillosen Ansagen von Gabriel aber dennoch recht unterhaltsam, war die die gesamte aktuelle Sendung von Anne Will.

Der Retropolitiker Oettinger, der irgendwo zwischen 1982 und 1998 hängen geblieben sein muß, zu keiner spontanen Meinungsäußerung fähig ist und sich durch kritische Einwände von Gesprächspartner_innen nicht stören läßt, sondern unbeeindruckt weiter redet, paßte aber trotzdem irgendwie nicht ins Bild. Will, Westerwelle und Gabriel waren sehr viel präsenter und vor allem reaktionsfähig. Nur, wo Oettinger der Bezug zur Zeit fehlt, versagt die SPD bei ihrer Wahrnehmung der Wirklichkeit.

Langsam glaube ich, daß das Willy-Brandt-Haus in einem Paralleluniversum stehen muß. Steinmeier, Münte, Heil und Co. reagieren null auf die fortgesetzte Talfahrt der SPD. Der Partei gehen die Mitglieder flöten. Die Gewerkschaften protegieren die Linke. Die Stammwähler machen sich vom Acker und trotzdem spüren die sozialdemokratischen Kapitäne von irgendwoher Rückenwind. Mysteriös!