Kreuze, Deutschland, Jauchgruben und Nekrophilie

Die Gruppe der virtuellen Lebensschützer sowie Brot- und Kreuzfetischisten, die am vergangenen Samstag durch Berlin schwiegen, stellt sich als widerliche Mischung von rechten Parteien, Nazis, evangelikalen Sekten und anderen christlich verblödeten Rentnern und ihren Innen heraus. An ihrer Seite steht selbstverständlich die katholische und die evangelische Amtskirche. Gut, daß sich einige Antifas am Protest gegen die braune Christenscheiße beteiligt haben.

Der starblog freut sich ungemein, daß die Klerikalfaschisten ordentlich behindert wurden und hat ein besonders widerliches Exemplar dieser Spezies entdeckt, das seine Umwelt mit einem nicht minder ekelhaften und schwerverständlichen Slogan belästigt.

Bild von saltnvin

Wer dieser schmierige Volksfreund ist, konnte ich leider nicht heraus finden. Ich vermute, daß er entweder zur rechten Partei Bibeltreuer Christen (PBC), den Nazis von AUF – Arbeit, Umwelt, Familie (AUF) oder den erweckten Evangelikalen der Apostolischen Pfingstgemeinde in Leipzig gehört.

Die PBC hat 2005 mit diesem Slogan Wahlkampf gemacht. Ihr Boss – Gerhard Heinzmann – ist selten maulfaul und verbindet gerne missionarischen Eifer mit Homo- und Islamophobie. Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob er sich doch endlich outen und den jungen, hübschen, intelligenten Stefan lieben sollte – richtig tief, echt. Es hat nämlich beim Interview von Heinzmann bei Stefan für headnut.tv offensichtlich mächtig zwischen ihnen gefunkt.

Besonders widerlich finde ich, neben seinem stillen Liebesangebot an Stefan, daß er den Islam als Jauchegrube bezeichnet, als antichristlich und als Finsternis. Die Volkstreue darf eben bei all der Trauer um die verhinderten deutschen Babys nicht fehlen. Deshalb muß es auch ein Babykaust sein, den die Nazichristen konstruieren. (Übrigens danke für den Hinweis von polit X, daß die Äußerungen von Annen strafrechtlich relevant sind.)

Es könnte aber auch ein AUF Nazi gewesen sein. In jedem Fall waren offenbar, sowohl Mitglieder_innen des Berliner Landesverband der PBC, als auch die Deppen von AUF am Samstag unter den Trauernden.

Aber hier noch das Video zur Demo, freundlich gefunden von medium.

Ein Fundstück möchte ich gern noch ergänzen, daß eine ganz andere Perspektive auf die christliche (negative) Sexbesessenheit wirft. In einem Interview der jungle World äußert der Regisseur Wenzel Storch interessante Gedanken zum katholischen Fetisch des unbefleckten Körpers.

Naja, wenn man streng katholisch aufwächst, hat man’s ja immer mit Sexbesessenen zu tun – je nach dem, wie ernst die Eltern es mit dem Glauben meinen. Diese Sache mit dem Leib Christi, den man sich auf die ausgestreckte Zunge legen lässt – irgendwann wurde das ja liberalisiert, und man durfte plötzlich die Hände zu Hilfe nehmen –, diese so genannte Heilige Eucharistie, das ist ja nicht nur der Höhepunkt der Göttlichen Liturgie oder, wie das so schön heißt, der »Feier der Heilsgeheimnisse«, sondern auch gespielter Oralsex. Sex mit einem Unsichtbaren, Verkehr mit einer Leiche. Und für Nicht-Christen natürlich völlig uninteressant. Das fand ich schon als Kind irritierend und auch verlogen: Während man mit Pottschnitt vorm Altar kniet, hängt über dem Opfertisch ein Toter mit langen Haaren. Ein Toter, den man auf dem Höhepunkt der Feier aufessen soll.


7 Antworten auf „Kreuze, Deutschland, Jauchgruben und Nekrophilie“


  1. 1 Scott Roeder 29. September 2009 um 14:15 Uhr

    Beste Grüsse von der Army of God!
    Treibt`s nicht zu weit…

  2. 2 Butch Jonny 29. September 2009 um 22:33 Uhr

    @Scott Christennazi Roeder: Deine Drecksvernichtungsphantasien kannste stecken lassen! Ich laß diesen Kommentar aber einfach mal stehen.

    Damit zeigt sich wie friedlich doch die Lebenschützer sind. Mord ist für sie Politik. Attentate christlich. Warum diese fundamentalistischen Deppen sich selbst vom politischen Islam abgrenzen ist mir schleierhaft. Sie sind derselbe Mörderhaufen!

    Mord an Menschen! Was für eine Nächstenliebe! Was für eine Heuchelei! Scheiß Christennazis!

  3. 3 saltzundessick 30. September 2009 um 19:50 Uhr

    „pbc sachsen“ stand auf dem ruecken des volksgenossen mit dem deutschland-shirt und der dialekt wirkte authentisch.

  4. 4 Butch Jonny 30. September 2009 um 23:10 Uhr

    guter hinweis. der typ scheint im vorstand der sächsischen PBC zu sein. auf diesem foto vom vorstand ist er drauf. den namen hab ich allerdings nicht rausfinden können.

  5. 5 saltzundessick 01. Oktober 2009 um 7:28 Uhr

    ein vorwurf im nachhinein war ja, wir haetten uns an den angeblich so harmlosen christen abgearbeitet, weil wir uns nicht an nazis oder islamisten trauen wuerden und diese seien ja noch viel schlimmer. ohne jetzt sachlich auf diesen schwachsinn eingehen zu wollen (vll. blogge ich mal was dazu): so harmlos ist der christenmob nicht. die haben durchaus leute, vornehmlich gegendemonstratinnen, koerperlich bedraengt und auch geschlagen.auf mich wirkte es auch so, als gaebe es eine truppe, die ganz klar den auftrag hatte, stoerer_innen aus der kundgebung zu draengen und mehrere maenner haben organisiert versucht, holzkreuze koerperlich zu verteidigen.

  6. 6 pbc 01. Oktober 2009 um 7:34 Uhr
  7. 7 Butch Jonny 01. Oktober 2009 um 9:57 Uhr

    wenn ich mir die mischung ankucke, dann sind die deppen auf keinen fall harmlos. das zeigt auch die reaktion auf diesen artikel. auf den fanatischen mörder roeder hinzuweisen, interpretiere ich als morddrohung…

    mensch sollte nicht vergesssen, daß der „babykaust“ hysteriker annen am fronttranspi lief. die nazichristen der PBC waren prominent vertreten. die AUF ebenfalls. die sind keinesfalls „nächstenliebend“, gewaltftrei und friedlich.

    das es verteidiger (!) der lächerlichen christenlogos gab, wundert mich nicht. erschreckend bleibt dies aber schon. die abtreibungsgegner_innen scheinen sich also allmählich auch damit zu beschäftigen ihre menschenverachtende ideologie handfest zu verteidigen. umso wichtiger ist die kritik an diesen deppen!

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.