Be 4 Tempelhof – Spaltung im Paradies

Be 4 Tempelhof Es gibt Neuigkeiten um die Flugbetriebsfetischisten. Wie ich von Stefan Dudzus höchstpersönlich erfahren habe, gibt es Be 4 Scheiße offenbar gleich zweimal.

Zum einen gibt es das Aktionsbündnis Be 4 Tempelhof, daß von den berüchtigten Spinnern Volker Perplies, Andreas Donati, Michael Paul, Peter Martin und den anderen betrieben wird. Und es existiert ein Verein Be 4 Tempelhof e.V., dem Dudzus als Vorsitzender vorsteht. Beide haben keine Verbindung zu einandern. Selbstverständlich außer der Forderung nach einem Volksbegehren für ein authentisches Weltkulturerbe Flughafen Tempelhof, das sich beinah wie eine Ei dem Anderen gleicht. Was war wohl zuerst da? Das Huhn Aktionsbündnis? Oder, das Ein Verein?

Ich werde den Eindruck einfach nicht los, daß es mächtig Stunk gab im doch so offenen, freundlichen und gar nicht chaotischem Verein Be 4 Tempelhof. Schließlich sind sie keine Autonomen. Die wollten doch den Zaun platt machen und das Tempelhofer Feld im Juni befreien. Die Flugbetriebsfetischisten dagegen möchten den Zaun beibehalten, die Zeit zurück drehen (damit Diepgen und Landowsky den Bankenskandal noch einmal so richtig krachen lassen können) und das Feld wieder zum glorreichen Flughafen machen.

Der Verein Be 4 Tempelhof möchte vor allem folgendes (siehe §3 ihres Volksentscheids, pdf):

Der aktuelle Flächennutzungsplan für das Tempelhofer Feld ist auf den Stand von 1984 zurückzuführen. Eine Entwidmung oder Umnutzung ist unzulässig. Das Flughafengelände einschließlich der Park-, Roll- und Startflächen ist dauerhaft dem Flugbetrieb gewidmet. Insbesondere eine Verwendung als Regierungsflughafen ist im Einklang mit der Bundesregierung zu prüfen. Darüber hinaus ist er als Rettungsflughafen, hilfsweise mit dem Status als Sonderflughafen – z.B. für Organtransporte –, und/oder für Flugzeuge im Geschäftsreise und/oder Bedarfsflug-- ohne Linienflugverkehr bis 40 Tonnen maximalem Startgewicht (MTOW) zwischen 07:00 Uhr und 22:00 Uhr zu nutzen.

Das heißt nix anderes, als das Tempelhof für eine kleine Gruppe von Menschen geöffnet bleiben soll, damit sie den Innenstadtflughafen im Bedarfsfall ohne eine normalen Linienflug für alle nutzen können.

Der Standortvorteil für die Aufwertung des Neuköllner Schillerpromenadekiezes wäre damit ein ausgezeichnetes Argument geliefert. Die Anwohner_innen hätten davon noch weniger, als von einem Security überwachtem und umzäuntem Park. Den dürften sie wenigstens betreten, wenn sie angemessen gekleidet wären und sich konformistisch verhalten würden.

Aber was sagt das Aktionsbündnis Be 4 Tempelhof in §3 ihres Volksentscheids (pdf).

Das gesamte Gelände des Flughafens Tempelhof ist dauerhaft als Flughafen gewidmet. Der Flächennutzungsplan für das Tempelhofer Feld wird auf den Stand FNP 1984 zurückgeführt. Eine Entwidmung oder Umnutzung ist unzulässig. Tempelhof ist insbesondere als Regierungs-, Rettungs- und Ausweichflughafen zu nutzen.

Klingt fast wort wörtlich gleich. Die komplizierten Sachen haben die Sektierer des Aktionsbündnisses zwar weggelassen. Aber der Inhalt hat sich dadurch nicht maßgeblich verändert.

So sieht es übrigens mit allen anderen Paragraphen auch aus. Wobei ich eingestehen muß, das Volksbegehren des Vereins wirkt seriöser. Der §7 geht explizit auf Stimmenmehrheiten ein. Das Aktionsbündnis ersetzt den §7 und ergänzt einen §8, in dem die sämtliche Mitglieder des Senats für vermeintliche Schäden haftbar gemacht werden sollen. Außerdem fordern sie eine Offenlegung der aktuellen und bis zu drei Jahre zurückliegenden Einkünfte, Unternehmensbeteiligungen, Mitgliedschaften, Vergünstigungen sowie sonstige relevante Angaben die einen Interessenkonflikt darstellen könnten.

Damit vermischen sie einerseits ihre an Rufmord grenzende Kampagne gegen Wowerlusconi, die allerdings in abgeschwächter Form ebenfalls von Dudzus untersützt wird. Der bemüht sich nämlich ebenfalls in einem Antrag auf ein Volksbegehren um die Abwahl von Wowereit und für Neuwahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus (pdf).

Also, ich komme zu dem Schluß, daß es keine nennenswerten inhaltlichen Unterschiede zwischen dem Verein und dem Aktionsbündnis Be 4 Tempelhof gibt. Die Interventionsthemen gleichen sich. Die Argumente sind offensichtlich aus derselben Feder. Das Aktionsbündnis hat sie verschärft, was dafür spricht, daß die Bekloppten wirklich heftiger drauf sind und sich deshalb vom schwächelnden Verein losgesagt haben, vielleicht um einen auf konservative Autonomen zu machen, um genauso kreativ zu besetzen, wie die linken Chaoten. Eine Distanzierung des Vereins von dem Aktionsbündnis existiert nicht. Deshalb muß ich davon ausgehen, daß es womöglich zwei Taktiken sind, um ähnliches zu erreichen. Das Frotzeln ist so nur Masche, ein Ablenkungsmanöver. Könnte aber auch ernstgemeint sein. Wer weiß ;-)

Aber vor allem sind mir die Interna, wer, aus welchem Grund, mit wem und überhaupt völlig egal. Für mich sind beide Gruppen Flugbetriebsfetischisten. Sie bleiben einfach Be 4 Scheiße!