Selbstmord – Stellenabbau auf französisch

France Telecom Protest gegen Selbstmorde Seit Jahren wird in französischen Großbetrieben der Druck auf die Beschäftigten erhöht. Privatisierung, Flexibilisierungsfetisch, Produktivitätsanpassung und Aushöhlung des Kündigungsschutzes setzen zunehmend nicht nur Arbeiter_innen zu, sondern gefährden buchstäblich die Existenz der mittlere (eben auch personalkostenaufwendigeren) Hierarchieebene.

Erst war es Renault. Dann kam Peugeot-Citroen an die Reihe. Im französischen Atomkonzern EDF zogen ebenfalls einige Mitarbeiter_innen es vor ihr Leben selbst zu entsorgen. Seit einigen Monaten legt nun France Telecom erschreckend und quantitiv auf höherem Niveau nach.

Heute wurde der 25igste Selbstmord mit direktem Bezug zum Arbeitplatz gemeldet. Aber wer weiß, wie groß die Dunkelziffer der stillen Selbstmorde ist, die nicht in einer Besprechung passieren, oder wo der Verzweifelte sich aus dem erdrückendem Gebäude stürzt, in dem sich die Geschäftsführung ganz besonders kuschlig eingerichtet hat, in der kalten Angst der Beschäftigten. Wer weiß, wie viele sich lieber zu Hause, am Stadtrand oder sonstwo getötet haben.

In Frankreich wird nun auch nicht mehr für Arbeitsplatzsicherheit, Erhöhung der Bezüge, sondern für das nackte Überleben gestreikt. Sehr viel mehr scheint den Beschäftigten auf allen Ebenen auch nicht mehr geblieben zu sein. Deshalb rufen Gewerkschaften für den 20. Oktober zu kreativem Protest gegen die tödliche Atmosphäre in Frankreichs Großbetrieben auf.