Frank Welskop – Der neue Liebling der Flugbetriebsfetischisten

Frank Welskop hat ein Buch geschrieben, in dem er behauptet der internationale Flughafen BBI wäre ein Milionengrab und auf dem Weg die Ausmaße des Berliner Bankenskandals anzunehmen. Be 4 Scheiße gefällt dieses Pamphlet gegen Wowereit, die SPD und die Steuergelderverschluderung in der Berliner Politik ausnehemend gut. Was die Flugbetriebsfetischisten vielleicht nicht wissen, Welskop trat als parteiloser Bürgermeisterkandidat der Linken in Schulzendorf an, einem brandenburger Dorf, daß relativ nah am geplanten BBI liegt.

Erstaunlich ist, wie Welskop schon seit 1990 gegen den BBI kämpfen wollte, wenn doch erst seit 1996 zum Thema wurde. Er kämpfe also noch in der DDR gegen den Ausbau des Internationalen Airports in Schönfelds. Was für ein erstaunlicher Mann.

Ebenso erstaulich ist, daß er in diesem Jahr als parteiloser Kandidat für die Linkspartei als Bürgermeisterkandidat in Schulzendorf antrat, obwohl er doch noch am 21. November letzten Jahres zum Mitglied des Sprecherrates der Grünen Liga mit dem Schwerpunkt Luftfahrt gewählt wurde (pdf), was er allerdings gar nicht an die große Glocke hängt.

Da erwähnt er schon lieber, daß er Politikberater im Berliner Abgeordnetenhaus war. Warum hat er in dieser Zeit nur so wenig gegen den BBI unternommen? Vielleicht liegt es daran, daß er dort so nette Freunde gefunden hat, die ihm ermöglicht haben ein Buch zu veröffentlichen, daß nur so vor Verschwörungstheorien und Spekulationen strotzt.

Das gefällt dem Kai Homilius Verlag. Schließlich kennen sich die Verleger auf diesem Gebiet ganz besonders gut aus. Mit Elsässer ist der godfather of zeitgenössischem Schwachsinn mit von der Party. Er gibt die Reihe compact heraus. Der Rest der Antiimp-Querfront Sippe spielt ebenfalls mit.

Vielleicht kennen die Be 4 Scheiße Spinner das Buch ja gar nicht aus dem Umfeld der BBI Kritiker_innen, sondern aus rechtskonservativen Veröffentlichungen oder anderen einschlägigen rechtsoffenen Portalen. Obwohl, der Wowereit Diss reicht wahrscheinlich aus!


4 Antworten auf „Frank Welskop – Der neue Liebling der Flugbetriebsfetischisten“


  1. 1 Entdinglichung 20. Oktober 2009 um 10:25 Uhr

    leitendes Mitglied in der Grünen Liga und Kandidat von DIE LINKE zu sein ist überhaupt kein Widerspruch; erstere ist eine parteiunabhängige ökologische Vereinigung mit Wurzeln in der DDR-DissidentInnenbewegung, die mit B90/Grüne organisatorisch nicht verbunden ist

  2. 2 Machnow 20. Oktober 2009 um 19:46 Uhr

    Ich wollte nicht kritisieren, daß Welskop nicht in der Grünen Liga sein und für die Linken antreten kann. Mir ging es in erster Linie darum, daß er mit seinen Kontakten zur Linken gerne hausieren geht, aber zur Grünen Liga jedes Statement vermissen läßt.

    Die Grüne Liga ist nicht gerade beliebt in ostdeutschland. das mag auch daran liegen, daß es den mitgliedern um einen ökologischen „dritten weg“ der DDR gehen sollte.

    ansonsten ist die grüne liga seit jahren irrelevant, kaum kampagnenfähig, beteiligt sich selten offensiv an ökologischen bewegungen (dafür gäbe es gerade in brandenburg ’ne menge möglichkeiten).

    meine kritik an dem buch schlägt in dieselbe kerbe, wie jede kritik an vermeintlichen verschwörungen und konspirationen, die den „steuerzahler“ aufkosten von weiß ich wem abzocken wollen.

    der zusammenhang zw. bankenskandal und BBI ist absurd. im gegensatz zum versagen von landowsky & co., die ihre kumpels großzügig versorgt haben, wird BBI von einem privaten baukonsortium getragen, daß eine menge arbeitsplatz schon jetzt schafft & schaffen wird. das dies subventionierte arbeitsplätze sind bleibt unbestritten.

    außerdem behauptet welskop, daß der flughafen nicht funktionieren wird. also, das wage ich prophetisch zu bezweifeln. tempelhof ist geschlossen. tegel wird 2011 (+ ca. 4-8 jahre) schließen. BBI wird gar nicht anders können, als zu funktionieren.

    problematische vergleiche, blödsinniger ausblick, merkwürdige zahlen, obskurer autor, ergo der „spanier“ ist eher welskop.

    und zur compact reihe – die titel sind entweder der DDR nostalgie, BRD bashing, national(bolschewistisch)e absolut nicht antiimperialistische sondern, antizuonitische / antiamerikanische Querfrontscheiße und euroskeptizismus. derartigen dreck könnte ohne weiteres im deutsche stimme verlag erscheinen.

  3. 3 toreador 28. Oktober 2009 um 13:15 Uhr

    Zitat:
    wird BBI von einem privaten baukonsortium getragen, daß eine menge arbeitsplatz schon jetzt schafft & schaffen wird. das dies subventionierte arbeitsplätze sind bleibt unbestritten.

    Was ist denn das für ein Unsinn? Bauträger ist die Flughafengesellschaft, also die Länder Berlin, Brb. und der Bund.Gebaut wird in Einzellosen, nix Konsortium. Arbeitsplätze wurden für etwa 1200 rumänische und bulgarische Bauarbeiter geschaffen, kaserniert in Blankenfelde, vor Ort jederzeit zu „besichtigen“.Finanziert wird das Vorhaben über langfristige Bankkredite mit Vollbürgschaften der Eigentümer, Berlin Brb. und Bund. Funktionieren, also wirtschaftlich betrieben kann der flughafen nur werden, wenn er im 24 Stunden-Betrieb gehen könnte. Dies ist seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ausgeschlossen.
    Erst recherchieren, dann schreiben.

  4. 4 Machnow 28. Oktober 2009 um 15:28 Uhr

    Also, der Artikel bezieht sich NICHT in erster Linie auf Welskop, sondern auf die Unterstützung des Buches durch die Flugbetriebssekte Be-4-Tempelhof, die für einen vip-und Regierungsflughafen Tempelhof sowie eine Konservierung des Geländes auf dem Stand von 1984 (der „Machtergreifung“ von Diepgen) eintreten.

    Die Argumente, die Welskop anführt, sind eventuell richtig. Die Überhöhung zum neuen Bankenskandal, mag nachvollziehbar sein, geht für mich aber in die falsche Richtung. Der Berliner Bankenskandal entstand, weil parlamentarische Staatsbürokraten ihren Kumpels die wirtschaftlichen Risiken abnahmen.

    BBI mag ein Subventionsgrab sein, allerdings ist unser Gesundheitssystem ein ähnliches. Der Öffentliche Beschäftigungssektor in Berlin und Brandenburg wird ebenfalls Mrd. kosten.

    Der Bankenskandal war staatliche Untreue, ein Vorgeschmack auf die Rettungspakete in der Bankenkrise. Beim BBI bin ich mir nicht so sicher.

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