Leistungsroboter und raffgierige Menschenmassen oder die Banalisierung der Philosophie

BanalitätPeter Sloterdijk, Kulturwissenschafter in Karlsruhe, deutscher Großphilosoph qua Medienpräsents und Heidegger- und Nietzscheverehrer, hat im Eliteblatt Cicero den Versuch eines bürgerlichen Manifestes unternommen. Unter dem die politische Stoßrichtung kaum verhelenden Artikels „Aufbruch der Leistungsträger“ wärmt Sloterdijk noch einmal seine These vom geschröpften Leistungsträger auf, doch der großbürgerliche Revolutionär aus der FAZ, dem aber leider Thoreau1 entgangen sein dürfte, mutiert im Cicero zum lammfrommen Schaf, das um Dankbarkeit für die regelmäßige Zahlung von Steuern bettelt. Die weinerliche Bitte verklausuliert er als Forderung nach einer „neuen Semantik“. Erträglich wird das nur durch die einfallsreiche Ironie und den Sprachklang, welche den inhaltlich schwachbrüstigen Philosophen haben zu einer Marke werden lassen. Das alles reiht sich zu allem Überfluss auch noch in etwas großes Ganzes ein, nämlich in einen vermuteten Streit des eigentlich angloamerikanischen Philosophen Habermas und der Frankfurter Schule auf der einen Seite und Sloterdijk und dem (neo)liberalen Zeitgeist auf der anderen Seite.

Sloterdijks misslungenes Manifest beinhaltet eine halbrichtige und eine falsche Kernthese, an die er eine ganze Kanonade teilweise haarstreubender und sich selbst widersprechender Unterthesen reiht. Das ganze wird angereichtert mit einer kleinen Wahlanalyse mit dem Wunsch, dass nun endlich das Durchregieren zugunsten der Leistungsträger qua Einkommensteuer losgehen möge.
Mit seiner ersten Kernthese wendet er sich gegen Marx und Proudhon und deren Ansicht, dass die armen Bevölkerungsschichten von den Vermögenden ausgebeutet werden. Er teilt die Republik in 25 Millionen „Steueraktive“ und 57 Million Leitungsempfänger ein, wobei zweitere auf Kosten der ersteren leben. Die Zeiten von Büchners Landboten2 erklärt er für beendet. Sloterdijks These knickt jedoch schnell ein. Mein geschätzter Kollege Machnow würde den Philosophen wohl einen Einkommenssteuerfetischisten nennen, denn auf dieser Steuer, die aber nur noch 30 % aller Steuereinnahmen Deutschlands ausmacht, baut sein ganzes Paradigma vom geschröpften Leistungsträger auf. Aus dem Elfenbeinturm heraus kann er auch nicht zwischen Leistung und Lohn differenzieren und auch nicht zwischen Arbeits- und Kapitaleinkommen. Sloterdijks Zahlenspiel strotzt nur so vor Ignoranz und Blindheit, übergeht er doch komplett die indirekten Steuern, durch die Wenigverdiener deutlich stärker belastet werden als Vielverdiener.
Die zweite Kernthese bezieht sich auf die Forderung nach einer Politik für die fiskalischen Leistungsträger. Aus demografischen Gründen stellt er an die Politik die Forderung, dass ausländische Leistungsträger ins Land geholt werden sollen, damit diese zu ihrem und aller Wohl in einen Wettbewerb mit den heimischen Leistungsträgern treten können. So will Sloterdijk eine neue „Leistungsträgergemeinschaft“ außerhalb nationaler Herkunft entstehen sehen. Die Forderung nach verbesserter Zuwanderungsmöglichkeit ist natürlich nicht falsch, nur begründet er dies rein fiskalisch und widerspricht dabei seinem eigenen Menschenbild – aber nicht nur hier.

Zu Beginn seiner Arbeit zeichnet der Philosoph noch ein Menschbild, dessen Wesen von Stolz, Ehre und Großzügigkeit geprägt ist, aber durch die „deutsche Lethargokratie“ seit der Regierung Kohl zur Trägheit und Frivolität verkommen sei. Das allerdings trifft insbesondere auf Sloterdijks Leistungsträger zu, zeichnen sich diese doch durch nichts anderes aus als ihre monatliche Rate an den Staat. Sloterdijk beklagt die „Mängelpsychose“ in der deutschen Gesellschaft, doch tatsächlich weißt sein Leistungsbegriff erhebliche Mängel auf. Gemeinnützige Arbeit, die in Deutschland derzeit Rekordwerte verzeichnet, Kindererziehung oder die Tätigkeiten in der Gegenökonomie (oder solidarischen Ökonomie), die fiskalisch keine Auswirkungen haben, erkennt er von der Höhe seines Elfenbeinturms nicht als Leistungen an. Dabei ist bei den genannten Gegenbeispielen viel mehr Großzügigkeit, Stolz und Ehre zu finden als beim banalen homo oekonomicus sloterdijkscher Prägung.

In die gleiche Fall geht seine Sozialismuskritik. Eine seiner Unterthesen besagt, dass nach Einführung der progressiven Einkommenssteuer – welche auch sonst? – im Jahre 1891/93 der Umverteilungsstaat eine semi-sozialistische Struktur verkörpere . Sicherlich, die sozialistische Grundthese geht von einer Egalität menschlicher Eigentumsverhältnisse aus, doch ist es nicht gerade das sozialistische Menschenbild, welches an das oben genannte von Sloterdijk erinnert? Bei ihm mutiert aber der Sozialismus zu nichts weiter als einer staatlichen Umverteilungsmaschinerie. Sozialismus heute ist aber nicht mehr vom Anarchismus zu trennen und lebt von der Annahme des großzügigen Menschen.

Bei Sloterdijk ist der tragische Fall des Epigonentums erkennbar, schafft er es doch nicht seine menschlichen Ideale bei seinen Thesen über die Welt anzuwenden. Von der Höhe seines Elfenbeinturms aus scheint sein Blick für die wesentlichen Details der Realität verdunkelt zu sein. Was übrig bleibt sind Phrasen über Leistungsroboter, raffgierige Menschenmassen gassetscher Prägung3 und Politiker die doch endlich mal irgendwas tun sollen. Wie soll man bei derartigen philosophischen Pamphleten nicht in eine Mängeldepression verfallen? Immerhin: Seine Biopolitik und der Wunsch nach einer Neuerschaffung des Menschen durch gentechnische Veränderung hat der Professor aus der badischen Provinz diesmal nicht bemüht.

  1. Henry David Thoreau: Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat. [zurück]
  2. Georg Büchner: Der hessische Landbote. [zurück]
  3. Ortega y Gasset: Der Aufstand der Massen. [zurück]

6 Antworten auf „Leistungsroboter und raffgierige Menschenmassen oder die Banalisierung der Philosophie“


  1. 1 mimi 28. Oktober 2009 um 0:39 Uhr

    Die Gegenökonomie aus dem TAZ-Artikel scheint ja vage mit der Freiwirtschaftslehre in Berührung gekommen zu sein, auch wenn sie Imma Harms sich eher in Richtung Schenkökonomie bewegen will. Hoffentlich muten sich die Menschen in dem Projekt nicht zu viel zu. wenn sie auch mit „einer konflikthaften Vernetzung“ Subsistenz treiben wollen. Sowas geht schon in der Stadt ziemlich häufig in die Binsen.
    Naja, drücken wir beide Daumen.

  2. 2 Andreas 29. Oktober 2009 um 19:19 Uhr

    M.A. Bakunin vielen Dank für den Beitrag und die vielen Interessanten links auf die wichtigen Informationsquellen. Man kann gar nicht unterschätzen, welche Gefahr von einem „Philosophen“ wie Sloterdijk ausgeht, da sich eine derzeit ohnehin gestärkte Liberalität in Deutschland durch solche pseudofundierte „Leistungsträger“-Ideologie nur zusätzlich bestätigt fühlen kann, ferner der politische (und zumindest in Karlsruhe auch der philosophische) Trend in Richtung Benachteiligung der ohnehin Benachteiligten geht, die nun offenbar durch neue Geheimwissenschaften weiterhin ausgebootet werden sollen.

    Ich möchte hier nur bestätigend betonen: die Leistungsträger in Deutschland sind keine Sloterdijks, keine Westerwelles, keine Dr. Wolfgang Gerhardts, keine Manager und keine Finanzspezialisten, auch nicht unbedingt die Karrierefrauen neuester Prägung. Die Leistungträger in Deutschland sind ganz einfach angesiedelt im Mittelstand, im Dienstleistungsbereich, im (noch existierenden) Handwerk, in der (noch existierenden) Arbeiterschaft, im Sozialbereich, im kirchlichen Bereich, und nichtzuletzt, aber das wird oft, nicht nur von Sloterdijk, vergessen (der ganz offenbar keinerlei familiäre oder gar menschlich freundschaftliche, gar liebende oder irgendeine andere Form realer Bindung zu anderen Menschen kennt, sonst könnte er nicht in seiner Weise so über andere Menschen sprechen und den Übermenschen herbeispinnen) im familiären, häuslichen Bereich! Es gibt auch heute noch in sehr vielen Familien die sorgende Mutter, die nicht einen Cent für ihre für die Gesellschaft so wichtige Rolle bekommt, obwohl sie die Generation großezieht, die später die Renten der selbsternannten Leistungsträger (die selbst i.d.R. keinen Nachwuchs erzeugen) bezahlen wird. Und es gibt, trotz vieler beschämender Gegenbeispiele, auch noch den Vater, der in seiner Vaterrolle erheblich mehr und verantwortungsvolleres leistet für die Gesellschaft als ein abgehobener Philosoph oder ein schwuler Aussenminister. Freilich zählen die Familien nach Sloterdijk nicht zu den „Leistungsträgern“. Aber die Familien sind es, die ganz real die Zukunft unserer Gesellschaft ausmachen werden, das wird die Spinnerei eines Philosophen nicht ändern, das werden auch die Liberalen nicht ändern. Und es sind die intakten Familien, die so ungemein wichtig sein werden für die Zukunft Deuschlands.

    Sloterdijk sieht sehr viele Nicht-Leistungsträger, er ist besessen von der Wahrnehmung „niederen Menschentums“. Stattdessen sollte er das unglaubliche Potential der Menschen in Deutschland einmal anschauen! Um in Deutschland, in der Welt etwas zu verbessern, sollte ersteinmal das vorhandene Potential ausgeschöpft werden, statt – etwa durch Gentechnik und Antropotechnokratie – einen Kunstmenschen erbeizuspinnen! Die Leistungsträger der Gesellschaft waren, sind und werden auch in der Zukunft aus intakten Familien hervorgehen, nur wird das nicht mehr gesehen – ist in Vergessenheit geraten. Nur in der intakten Familie können die von Sloterdijk teils zu recht benannten und angemahnten Missstände unserer Zeit wirkungsvoll und nachhaltig bekämpft werden. Nur eine intakte Familie bringt würdigen, menschlichen, tapferen, edlen Nachwuchs hervor, die die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte mutig angehen können. Was aber ist eine intakte Familie?! Darüber hätte eine philosophische Elite zu philosophieren, da gäbe es genug sinnvolle philosophische Arbeit zu erledigen!

    Ein weiteres wichtiges Charakteristikum des eigentlichen, wirklichen Leistungsträgers ist seine Befähigung zur (religiös motivierten) Askese und Bescheidenheit – auch das wird allzuselten noch von Philosophen gesehen, die selbstverliebt in ihre schwulstigen Texte den Bezug zum Leben und dem, was Leben ausmacht, verloren haben. Nur aus der asketischen Menschenbildung heraus kann großes, für die heutige Welt Rettendes erwachsen. Eine asketische Grundhaltung lassen die Sloterdijkschen, Porsche fahrenden, Zigarre rauchenden (etc.) „Leistungsträger“ stets vermissen. Darum sind sie so unglaubwürdig. Darum ist ein Sloterdijk, der ein offenes, würdiges, menschliches Verhalten vermissen lässt, das nur aus einer asketischen Lebensweise heraus kommen könnte, eine so unglaublich lächerliche Gestalt angesichts der Anmaßungen, die von diesem Menschen ausgehen.

    Sloterdijk ist ein aktuelles Musterbeispiel für die Hybris des Menschen, der das menschliche Maß im Hölderlinschen Sinne (Hyperions Jugend) verloren hat. Ein Mensch ohne Liebe, der den Ausweg aus seinem Lebensungenügen nur in der Vernichtung, im Hass anderer Menschen, ja im Hass des Menschen suchen kann. Er muss den Menschen hassen, da er selbst nicht mehr Mensch ist, weil er vergessen hat, daß sich der Mensch nicht selber macht, sondern ein von Gott Geschaffener ist. Er kann nur noch den „Leistungsträger“ anbeten, ein Menschenbild, welches einer kranken Phantasie entspringt, einem kranken Wahn, der glaubt, der Mensch könne sich selbst neu erfinden. Armes Deutschland, das nicht verhindern kann, dass sich Leute wie Sloterdijk mit Erfolg und unter dem Beifall der Liberalen zur Elite selbsternennen. Es bleibt zu hoffen, daß der Sloterdijk-Anhang, und davon geht die Gefahr des Menschen Sloterdijk ja aus, es nicht schafft, die „Elite“, die er in seinen Texten meint, in Deutschland, in der Welt zu installieren … Es ist ja noch nicht so lange her, daß eine selbsternannte Elite, ein selbsternanntes höheres Menschentum die Macht in Deutschland ergriffen hat …

  3. 3 Machnow 29. Oktober 2009 um 22:37 Uhr

    Sloterdijk spinnt, nur du Andreas hängst ebenfalls (reaktionär) bürgerlich an konservativen wertvorstellungen fest.

    die bürgerliche familie als rekrutierungsfeld der wahren leistungsträger auszumachen, ist sowas von konservativ, daß mir die worte fehlen. das gefasel von einem amoralischen und dekadenten deutschland nervt mächtig.

    schonmal bemerkt, daß es vielleicht die „leistungsgesellschaft“ selbst ist, die unhaltbar ist? schon mal darüber nachgedacht, was es bedeutet die nützlichkeit des menschen von leistung / arbeit abhängig zum machen?

    dieser ganze protestantische schwachsinn von askese, liebe, hybris des menschen und enthaltsamkeit aus der familie ist lediglich eine romantisch depressive weltabgewandheit, die sich jenseits urbaner lebensentwürfe entwickeln kann.

    inteligenzia-bashing kenn ich nur aus totalitären systemen. lenin, stalin & co haben damit unmittelbar nach der festigung der macht begonnen. die nationalsozialisten waren ebenfall nicht schlecht darin. seit den 80igern läuft ein ähnlicher nützlichkeitsdiskurs in den unis. mensch nennt dies neuerdings bolognaprozess.

    aber die größte frechheit ist die bürgerliche biopolitik, die die familie ins zentrum der gesunden, nützlichen, national konnotierten bürgerlichen leistungsgesellschaft stellt. da ist einiges an wichtiger philosophischen kultur an dir, andreas, vorbei gegangen. die gesamte kritische nationalismusforschung, foucault und seine theorien zur macht, elias und die zivilisatorische relationen…

    gruselig, solche konservative, nationalistische scheiße! die ist nicht besser als Sloterdijk!

  4. 4 M. A. Bakunin 30. Oktober 2009 um 14:47 Uhr

    Was Andreas da schreibt würde ich zwar so nicht schreiben, aber im Gegensatz zu Sloterdijk gibt es hier noch die Möglichkeit zur Interpretation.

    Was den Familienbegriff anbelangt würde ich das im Sinne Goethes interpretieren. Familien müssen demnach also nicht durch ein biologisches Band verknüpft sein, es können auch Wahlverwandtschaften sein. Ein gutes Beispiel dafür ist in Neuss zu finden, bei dem von Horst Stowasser begründeten Mehrgenerationenwohnprojekt. Oder auch die (politisch linksliberale) Kommune Niederkaufungen bei Kassel.
    Ebenso ist bei Goethe das Konzept der Sublimierung, also eine Form der kulturellen Askese zu finden. Als gesellschaftliches Konzept würde ich einer religiösen Aufladung widersprechen, persönlich kann das jeder für sich entscheiden.

    Im Gegensatz zu Machnow kann ich bei dir, Andreas, wenig national aufgeladenes und auch kein „Intelligenz-Bashing“ nationalsozialistischer oder stalinistischer Prägung finden. Allerdings knüpfst du natürlich an diese Diskurse an. Auch lässt dein Familienkonzept jeden Fortschritt in Richtung des Aufbruchs von Rollenzuschreibungen von Mann und Frau missen. Ebenso, da gebe ich Machnow recht, finde ich es nicht richtig an den Leistungsträgerdiskurs anzuknüpfen, indem man diese einfach woanders verortet. Kindererziehung zum Beispiel ist ein menschliche Handlung und keine „Leistung“. Auch Arbeit sollte meiner Ansicht nach als menschliche Handlung im Sinne Hannah Arendts und Richard Sennet verstanden werden und nicht primär als eine Leistung, der lediglich eine geldwerte Entlohnung folgt.

    @Machnow: Wir teilen zwar meistens unsere Ansichten über Lebensentwürfe, aber deine Fokusierung auf das Urbane kann ich nicht nachvollziehen. Nicht ganz zu Unrecht wurde die Stadt in den 60/70/80er-Jahren durchaus heftig kritisiert als ein Ort wo ein selbstbestimmtes Leben kaum mehr möglich ist und der Staat hochgradige Kontrolle ausübt. Im Hinterkopf sollte man auch behalten, dass 2/3 der Menschen auf unserem Planeten Kleinbauern sind. Die von mir bisher genannten Ansätze einer solidarischen Ökonomie finden interessanter Weise alle „auf dem Land“ statt.

    Was die These angeht, dass ein Gott den Menschen geschaffen hat: das ist nicht beweisbar, genausowenig wie das Gegenteil. In einer (nichttheologischen) Diskussion/Diskurs muss dieser Aspekt also ohne Berücksichtigung bleiben.

  5. 5 Andreas 03. November 2009 um 13:29 Uhr

    @Bakunin: Kindererziehung ist eine wertvolle menschliche Handlung, nicht nur eine „Leistung“. Es ist aber AUCH eine „Leistung“ in dem vom Sloterdijk eigentlich gemeinten Sinne. Auch die Handlungen z.B. von Altenpflegern sind neben ihrem Wert und Sinn „Leistungen“. Ich finde es wichtig, und nur das wollte ich mit dem Aufzählen der Leistungsträger bewirken, die WAHREN Leistungsträger zu benennen, wenn schon von Leistungsträgern die Rede ist. Ich wollte das Schlaglicht auf diejenigen Bereiche lenken, die eigentlich und wesentlich zum Wohlstand in Deutschland beitragen. Damit wollte ich zudem sagen, daß die „Leistungsträger“, die Sloterdijk benennt, in diesem Sinne nicht (bzw. nicht unbedingt) die Leistungsträger in Deutschland sind: was auf dem Gehaltszettel steht ist kein Maß weder für Leistung, und noch weniger für den Sinn und Wert einer Tätigkeit.

    Zur Familie: es ist manchmal richtig, Goethe zu bemühen. Beim Thema Familie ist es das sicher nicht. Wahlverwandtschaften sind ja deswegen nicht weniger wertvoll. Aber sie ersetzen keine Familie, insbesondere nicht bei der Kindererziehung.

    @Machow: ich verstehe Deine Kritik und die Heftigkeit derselben nicht. Erstens lebe ich in der Stadt und erlebe tagtäglich die „Segnungen“ des urbanen Lebens hautnah, von daher darf ich mir ein eigenes Urteil bilden. Zweitens – da fehlt mir offenbar die „Bildung“, sehe ich nicht ein, was das, was ich gesagt habe, mit totalitären Systemen zu tun haben kann. Drittens: ich bin sicher der letzte, der die „Unabhängigkeit der >>Nützlichkeit

  6. 6 Machnow 04. November 2009 um 19:05 Uhr

    ja, ja – ich bin nicht frei, weil ich die ehe kritisiere, weil ich esoterik, familie und deutschland ablehne. und andreas, der prophet der freiheit, ist genau das gegenteil. er ist DER neue freie mensch. er ist ein asket, ein sozialer erneuer, ein verfechter der religiösen gemeinschaft / gemeinde :-)

    oh, mann andreas, befrei dich selbst! und versuch es nicht mit mir oder deutschland! nenn mich ruhig rigoros. dann bin ich beinah schon ein „außergewöhnlicher mensch“ – ein (sozialistsich) „neuer“, ganz nach dem chernischevskischen vorbild rachmetow aus seinem roman „was tun? erzählungen über den neuen menschen“…

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