Antisemiten dürfen Heim ins (Gottes-) Reich

der papst ist scheisse Gestern haben die Gespräche des Vatikan mit den chismatischen Brüdern im Geiste, der frauenfeindlichen, patriachalen und judenfeindlichen Pius Bruderschaft begonnen. Im Zentrum der Gespräche stehen, nach Angaben von Radio Vatikan, die Beschlüße des II. Vatikanischen Konzils. Antisemitische Aspekte und die durch Benedikt wieder eingeführte sogenannte Judenmission werden allerdings nicht angetastet.

Im Übrigen hat die Glaubenskongregation, also die Institution, die durch Kardinal Ratzinger zum ultrakonservativen, zugegebenermaßen vermeintlich ökumenisch offenen Bollwerk aufgebaut wurde, die Verantwortung über den theologischen Dialog mit der Pius Bruderschaft übernommen.

Im Juli hatte Benedikt schnell noch den für die Rehabilitierung des Antisemiten Richard Williams verantwortlichen Kardinal Dario Castrillon Hoyos ausgetauscht und ihn durch einen sehr viel jüngeren, ihm näherstehenden und loyalen Christenbürokraten, den Kardinal William Levada, ersetzt. Die Auswechslung des Personals wurde mit einem päpstlichen Entschluß – also quasi direkt ein Statement durch Gott durch seinen unfehlbaren Stellvertreter auf Erden – verbunden, das explizit die Auseinandersetzungen mit den chismatischen Piusbrüdern auf eine dogmatische Ebene hob und die Einheit der Kirche betont.

Damit geht es keinsfalls um die antijüdischen Ansichten der Pius Bruderschaft, oder das festhalten an der Judenmission, den beides, so meint zumindest Benedikt, ist durch den Auftrag Jesu gedeckt. Viel mehr betont dieser Fokus die Kirchenhierarchie und die kirchenrechtliche Position des Papstes innerhalb der katholischen Kirche. Es ist die Ablehnung der Kompetenz und des Papstamtes nach dem II. Vatikanischen Konzil, was Benedikt nicht dulden kann. Die fortgesetzte Nutzung des vollständigen lateinischen Ritus – eben mit der Judenmission – stört ihn nicht sonderlich.

Drei Theologen werden die Gespräche unter Aufsicht der Kongreagation für den Vatikan führen. Unter ihnen ist ein Mitglied der ultrakonservativen Bruderschaft Opus Dei, die in Potsdam zur Zeit versucht eine Schuel zu eröffnen, wenn sie es nicht schon längst geschafft hat. Sie setzt den jesuitischen Bildungsauftrag der streng nach geschlecht getrennten Schäflein Christi modern fort. Deshalb verwundert es auch nicht, daß ein Jesuitenmönch ebenfalls mit von der Partie ist.

Mit diesem erneuten Heim in die Kirche holen offen antisemitischer, sexistischer und ultrakonservativer Christen wird die Austrittswelle wahrscheinlich nicht aufzuhalten sein. Sondern im Gegenteil, die katholische Kirche setzt weiterhin auf ihr im 19. Jahrhundert stehen gebliebens Weltbild, zementiert es weiter und verabschiedet sich so aus der modernen Wirklichkeit. Wäre nur zu hoffen, daß sich das Problem Papstkirche eventuell selbst erledigt – entweder durch ideologische Verbohrtheit, welche die letzten annähernd vernünftigen Christ_innen vergrault oder durch das Ableben ihres Verwaltungspersonals und ihre dogamtischen Manager.


1 Antwort auf „Antisemiten dürfen Heim ins (Gottes-) Reich“


  1. 1 M. A. Bakunin 31. Oktober 2009 um 12:46 Uhr

    In dem Zusammenhang ist es sehr wichtig auf das Buch von Peter Bürger „Die fromme Revolte“ hinzuweisen. Er fordert Katholiken dazu auf die Kirche nicht zu verlassen sondern eine Revolution zu wagen – unter Ablehnung einer bloßen Reform. Damit will er die Umformung der katholischen Kirche zu einer Sekte verhindern und die Kirche aus der Zeit des Feudalismus verabschieden – z.B. durch die demokratische Wahl der Bischöfe. Seine Revolution richtet sich insbesondere gegen die Konzilsrevisionisten. Seine Definition von Frömmigkeit klingt recht interessant: „Frömmigkeit ist ja etwas Anarchistisches, das sich von der Theologenpolizei gar nicht einkesseln lässt.“

    Fraglich nur wie groß das Mobilisierungpotential dieser Revolutionäre ist.

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