5. Dezember – Antifa Actionday

Wie jedes Jahr Anfang Dezember wollen Nazis auf die Straße gehen, um für ein nationales Jugendzentrum nur für Deutsche zu demonstrieren. In diesem Jahr soll Königs Wusterhausen das Podium für ihre xenophoben, rassistischen und antisemitischen Exklusionen bieten. Ein breites Bündnis Antifaschistischer Gruppen, der Mobilen Beratung gegen Rechts, dem Bündnis für Demokratie und Toleranz in Treptow-Köpenick sowie dem Bündnis gegen Rechts Königs Wusterhausen mobilisieren zum Protest gegen den Naziaufmarsch. Außerdem finden am Abend im SO36, quasi als abendliches Kulturprogramm, der Antifaevent mit Cisco und seinem Partisanenfolk aus Modena, K.O.P. aus Barcelona, deren Konzert beim Barrio Antifascista am 1. Mai von der Polizei gesprengt wurde, und Banda Bassotti statt.

Die Stadt Königs Wusterhausen hat eine eine lange Tradition von Nazisaktivitäten. Bis heute ist sie ein Zentrum für die organisierte, freie und vor allem militante Naziszene. Die Stadt und seine Nachbardörfer ist hierbei nicht nur ein Rückzugsraum für viele Kader, radikalnationale Aktivisten und nationale Unternehmer, sondern bietet auch eine soziale Infrastruktur für Nazis.

Königs Wusterhausen ist nicht nur die Heimat der Scheißmarke Thor Steinar, sondern war der Gründungsort der ersten deutschen Sektion des KuKluxKlans. und eine Hochburg der FAP. Insbesondere in den 90igern gab es mehrere Angriffe auf alternative Menschen in und um Königs Wusterhausen. So wurde ein niederländischer Anarchist im im nahegelegenen Zeesen erschoßen. Mehrfach gab es Übergriffe auf das besetzte Projekt Schloß, das sich in der ehemaligen See-Villa von Gustav Gründgens befand, und andere alternative Jugendprojekte. Außerdem sollte nicht vergessen werden, daß die Täter der Beinahetötung eines Antifaschisten aus Neukölln im Juli diesen Jahres ebenfalls aus dem Landkreis Königs Wusterhausen kamen und fest in die KWer Naziszene integriert waren.

Da von den Nazis zu dem Aufmarsch bundesweit mobilisiert wird und im letzten Jahr schon circa 600 radikale Nationalisten durch Lichtenberg zogen, muß auch diesmal davon ausgegangen werden, daß es ein größerer Aufmarsch wird. Die Attacken auf die Naziskneipe Zum Henker in Schöneweide und die Naziübergriffe auf Fans sowie Spieler des Fußballvereins Roter Stern Leipzig in Landis, dürften ebenfalls für eine Radikalisierung der Szene stehen. Kreativer und bürgerlicher Protest ist also mehr als erforderlich. Vielelicht schafft es das breite Bündnis wirklich, daß der Nikolaus die Nazis austreibt.

Also, am 5. Dezember zur Antifaschistischen Demo und den Blockaden nach Königs Wusterhausen. Und am Abend zur Feier der Verhinderug des Aufmarsches ins SO36!

Samstag, den 05.12 um 10 Uhr – Abfahr nach Königs Wusterhausen
S-Bhf Treptower Park / Bahnsteig in Richtung Schöneweide