Berlusconi und die linken Terroristen

Berlusconis blutige Fresse Berlusconi ist ein MedienAss! Er weiß, wie er sich selbst vorzüglich inszenieren kann. Er organisiert die Auftaktveranstaltung seines rechtspopulistischen, (a)politischen Retortenprojekts Popolo della Libertà auf der Piazza Duomo ausgerechnet einen Tag nach dem 40. Jahrestag des Staatsmassakers in der Landwirtschaftsbank in Mailand und in unmittelbarer Nähe des Tatortes an der Piazza Fontana. Einer aus seinem heißgeliebten padanischen Volk poliert ihm vielleicht gerade deshalb die Fresse und was fällt der bürgerlichen Öffentlichkeit dazu ein: Entschuldigungen, Beschuldigungen und Terrorhysterie!

Der 12. Dezember 1969, der Staatsterror, der durch Berlusconis Loge Propaganda Due (P2), Faschisten und rechte Untergrundzellen herbeigebomt wurde, ist mit diesen Bildern vergessen. Die inszenierte Kampagne gegen Anarchist_innen, Gewerkschafter_innen und andere linke Aktivist_innen verschwindet aus dem öffentlichen Diskurs. Die polizeilichen Übergriffe auf alternative Strukturen seit den 60iger Jahren werden mit der blutigen Fresse des mafiösen Alleinunterhalters Berlusconi verdeckt.

Die Bilder gingen um die ganze Welt. Tartaglia, der Täter, wird zum geistig Verwirrten gestempelt, der den Präsidentenpfau ausgerechnet mit einem Souvenir blutig schlägt. Berlusconis faschistischen Kompagnons schreien nach einer aufkeimenden, neuen Welle linker Gewalt gegen den Staat, der sich doch so vorbildlich für seine Bürger_innen einsetzt.

Wie er dies tut, kann beinah täglich auf den Straßen italienischer Großstädte begutachtet werden. Am Freitag verprügeln gepanzerte Carabinieri protestierende Student_innen in Turin und in Rom. Mit Schlagstöcken gehen die Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstrant_innen vor. Dutzende werden verletzt. Einige schwer.

All das bleibt aber unerwähnt. Die blutige Fresse eines arroganten Arschlochs geht um die Welt, der die Straßen durch selbstorganisierte Bürgerwehren gegen Migrant_innen und Flüchtlinge schützen möchte. Das verletzte Gesicht eines bestechlichen Cavaliere dominiert die Berichterstattung über Italien, der sich rühmt kritische Medien, öffentlich Bedienstete und vermeintlich linke Lehrende zu verfolgen sowie hartnäckig an der Abschaffung der Pressefreiheit arbeitet. Der maestro im Zähneziehen einer gründlichen Justiz hat sich zwar zurückgezogen, schließlich ist seine Fresse nun deformiert, wahrscheinlich grün und blau, vor allem aber keineswegs mehr vital, jugendlich und erfrischend, jedoch poltert er immer noch.

Heute vor vierzig Jahren wurde Giuseppe Pinelli von Carabiniere ermordet. Sie haben danach weiter gemordet und sich unter die kuschlig blutige Weste der Regierung geflüchtet. In Genua folterten sie. Auf Lampedusa ist heute das Ende der Simulation einer offenen Bürger_innen-Gesellschaft zu beobachten. Das Militär partrouliert schon längst in den Straßen der Metropolen. Der Ausnahmezustand ist zum Alltag geworden. Die Bürger_innen aber und Politiker_innen von links bis rechts heulen über die spontane Gewalt eines Verwirrten Padaniers, eines Menschen, der seiner Ohnmacht mit einem Souvenir blutig Ausdruck verleiht.

Der Staatsterror begann schon Jahrzehnte vorher. Der 12. Dezember 1969 war ein symbolischer Höhepunkt. Am 2. August 1980 zeigte sich in Bologna wieder die tödliche, faschistische Fratze. Im Juli 2001 ist es Berlusconi selbst der die erprobte Strategie der Spannung perfektioniert. Und ein Ende ist nicht abzusehen!

Die blutige Fresse von Berlusconi ist das Symbol seiner Staatsführung, der Frechheit, die er Politik nennt, welche nichts anderes als Exklusion, Bereicherung und Verfolgung bedeutet. Mit allen Mitteln und ohne Rücksicht auf Verluste!