Neue Formen von Arbeit und kollektiver Organisierung

Der Sektion der Freien Arbeiter Union von Berlin wurde durch das dortige Landesarbeitsgericht schon in der zweiten Instanz verboten sich selbst Gewerkschaft zu nennen und sich als solche zu betätigen. Hintergrund war ein juristische Auseinandersetzung zwischen der Geschäftsführung der Neuen Berlin Babylon GmbH / K&K Kino und Konzerte GmbH der linken Dynastie Grossman und der Betriebsgruppe der FAU am Filmtheater Babylon, welche Arbeitnehmer_innen-Rechte durchsetzen und einen Tarifvertrag abschließen wollte.

Aufgrund des Vorgehens einer vermeintlich linksalternativen Geschäftsführung, dem Verhalten der Großgewerkschaft ver.di, die sich als gelbe Gewerkschaft betätigte und einen laufenden Arbeitskampf nicht unterstützt, sondern ganz im Gegenteil offensiv und bewußt, in Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung diesen unterläuft, sowie aufgrund des Betätigungsverbots der FAU soll am 30. Januar in der Volksbühne am Rosa Luxemburg Platz (übrigens gegenüber von der Landes- und Bundeszentrale der für die heftige Repression mitverantwortlichen Linkspartei) eine Podiumsdiskussion zum Thema Neue Formen von Arbeit und kollektiver Organisierung stattfinden.

Das Thema finde ich auch dahingehend wichtig, da, wie am Beispiel des Arbeitskampfes am Deutschen Technikmuseum Berlin erkennbar ist, verbale Erfolge durch mangelhafte Entschlossenheit, devotes Vertrauen in die Geschäftsleitung, betriebliche Intransparenz auf Seiten der Arbeitnehmer_innen-Vertretung sowie persönliches Unvermögen bis heute auf Umsetzung warten. Es reicht offenbar nicht sich zu organisieren, sondern eine offene und vernetzte Struktur der Beschäftigten im Betrieb sowie außerhalb muß aktiv werden.

Hier die Idee zur Veranstaltung.

Die Podiumsdiskussion soll der Frage nachgehen, wie man sich als ArbeitnehmerIn selbst organisieren kann. Insbesondere wird es dabei um die Lage und Perspektive der Gewerkschaften im 21. Jahrhundert sowie um die aktuelle rechtliche und politische Situation gehen.

Was bedeutet die Atypisierung von Beschäftigung für Gewerkschaften und deren Organisationsformen? Welche Alternativen gibt es zur Massengewerkschaft? Wie können wir dem allgegenwärtigen Ausspielen von ArbeitnehmerInnen zugunsten Arbeitgeberinteressen entgegentreten?

Also, hin zur Veranstaltung. Zuhören. Diskutieren. Organisieren!

30.1: Podiumsdiskussion: Neue Formen von Arbeit und kollektiver Organisierung
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12-15 Uhr | Roter Salon / Volksbühne | Linienstraße 227