Zossen und seine Nazis

Wie sich nun herausgestellt hat, wurde das Haus der Demokratie in Zossen von Nazis angezündet. Das, was Antifas und bürgerliche Antifaschist_innen schon längst geahnt hatten, wurde nun bestätigt. Der 16-jähriger Daniel S. hat die Tat gestanden. Die Freien Kräfte in Zossen haben sich laut Märkischer Volksstimme blitzartig von dem jugendlichen Nazis distanziert und ihn als absoluten Hohlkopf bezeichnet, der nicht in ihren Reihen aktiv gewesen sei.

Die Tat selbst dürfte ihnen allerdings gefallen haben. Schließlich gab es aus dem Dunstkreis der nationalsozialistischen Jugend einiges an Aktivitäten gegen antifaschistische Aktivist_innen und Verantwortliche des Hauses des Demokratie. Nach Farbanschläge, Todesdrohungen und zerstörten Fensterscheiben war die Ausmerzung der letzten antifaschistischen Trutzburg in Zossen die kleinste Konsequenz des aktivistischen nationalen Widerstands.

Das sich Nazis in Zossen wohlfühlen können bewies erschreckend eindrucksvoll die Bürgermeisterin Michaela Schreiber von der Listenvereinigung Plan B. Sie versuchte laut den Potsdamer Neuesten Nachrichten den Verantwortliche des Hauses der Demokratie aufgrund ihrer vermeintlichen Linkslastigkeit eine Mitschuld am Brandanschlag unter zu jubeln.

Der Listenvereinigung selbst fällt ebenfalls nichts besseres zur Aufklärung des Brandes ein, daß der gute Ruf der Stadt beschädigt und das Geständnis des 16-jährigen Nazis lediglich eine schlechte Nachricht für Zossen wäre. Bravo!

Wieder ein ganz normaler Tag in der ostdeutschen Provinz!