Pädophilie kommt von Homosexualität

Seit letzte Woche scheinen sich die letzten Tage der Unfehlbarkeit anzukündigen. Auf diesem Blog polterten einige säkulargläubige Kommunist_innen gegen Antifaschismus als Programm und merken gar nicht, daß sie sich damit – ähnlich wie die Bahamas – zunehmend aus der radikalen und antagonistische Linken verabschieden. Seit der Enthüllung eines Mißbrauchsskandals am Berliner Jesuiten Kolleg Canisius heulen die anderen unfehlbaren katholischen Dogmatiker zusammen mit ihren Opfern und fabulieren über Homophobie in der Kirche, die offenbar die Priesterlämmer zu Pädophilen gemacht hat. Ekelhaft!

Pater Klaus Mertes ist ein kluger Kleriker und Theologe. Er bemüht sich seit seinem Amtsantritt im Jahr 2000 um seine jugendlichen Schäfchen und vesucht sie vor den Übergriffen von seinesgleichen zu schützen. Dabei ist ihm zu Ohren gekommen, daß auch in seinem christlichem Konditionierungsinstitut unter pseudopädagischen Vorwänden, wie der Jesuitenpater und Sportlehrer Wolfgang S. beschreibt, Kinder und Jugendliche mißbraucht und mißhandelt wurden.

Pater Hermann Breulmann, heute bei Münchener Jesuiten untergekommen, der Vorgänger von Mertes, war da ganz anders. Er war seit 1996 der jesuitische Oberaufseher am Canasius in Berlin. Als Rektor hat er nicht mal Gerüchte vom Mißbrauch mitbekommen.

Erstaunlich ist die unfehlbare Blind- und Taubheit der Jesuitenrektoren allerdings schon. Die ersten Hinweise auf Mißbrauchsvorfälle an der Schule gab es schon Ende der 60iger Jahre. Wie ein Zeitzeuge in der Berliner Zeitung beschreibt, wurden erstmals in der klerikerkritischen Schülerzeitung Der Rote Arthur Interna und erstmals Gerüchte über zudringliche Patres veröffentlicht. Wie der spreeblick berichtet, gab es in den 70igern ebenfalls mehr als Hinweise auf den Mißbrauch von Jungen durch Jesuitenlehrer.

Hinzu kommt, daß Pater und Sportlehrer Wolfgang S. in einem perfiden Brief an seine Mißbrauchsopfer schreibt, daß er schon 1991 die damaligen deutschen Provinzialoberen eingehend über seine verbrecherische Vergangenheit informiert hat. Außerdem soll er auch im Vatikan Zeugnis in einer nichts beschönigenden Ehrlichkeit abgelegt haben. In dem aktuellen Schreiben vom 20. Januar, das offenbar dem Spiegel vorliegt, bittet der Sportlehrer offenbar an der Schwelle zur Entkörperlichung um Absolution.

Was ich dir und euch angetan habe, tut mir leid. Und falls du fähig bist, mir diese Schuld zu vergeben, bitte ich darum.

Dieser reuige Jesuitenpater hat das Canisius Kolleg im Übrigen circa 1990 ohne nachvollziehbare Gründe verlassen. Bis heute läßt sich nicht klären, ob er bevor er ging die Schulleitung über seine verbrecherische Vergangenheit und den Mißbracuh informiert hat. Ich gehe davon aus, daß der um Vergebung winselnde Pater schon damals seine Verfehlungen nicht nur gegenüber den (jesuitischen) Kirchenoberen gebeichtet hat.

Der ach so offene und sich als betroffen gebende Pater Mertes war seit 1996 an der Schule. Seit mindestens fünf Jahren wußte er von zwei Fällen an der Schule. Allerdings wurde er, so behauptet er, um strenge Vertraulichkeit gebeten. Gegen Wolfgang S. und seine Tätigkeit in Südamerika intervenierte er offenabr aber dennoch nicht.

Noch am Freitag hatte Mertes ein grundsätzliches Übel in der katholischen Kirche entdeckt, die er nonchalant mit den Mißbrauchsvorwürfen verband.

Die Kirche leidet an Homophobie. Homosexualität wird verschwiegen. Kleriker mit dieser Neigung sind unsicher, ob sie bei einem ehrlichen Umgang mit ihrer Sexualität noch akzeptiert werden.

Nach dieser Logik scheint für Mertes Homosexualität unmittelbar mit Pädophilie und dem Mißbrauch von Jungen verknüpft zu sein. Wie widerlich und homophob ist das denn!

Seit Jahren werden dem Jesuitenpater und christlich sittlichem Oberpädagogen am Canisius Kolleg Mißbrauchsgeschichten berichtet. Seit Jahrzehnten gibt es Gerüchte über zudringliche Patres. Die Oberjesuiten sind seit mindestens 19 Jahren über die Vorfälle an der Jesuitenschule informiert. Und der selbstmitleidigen Heulsuse fällt lediglich ein, daß die katholische Kirche ein Problem mit Homosexualität hat! :twisted:

Pädophilie und sexueller Mißbrauch sind keine Spielarten der Homosexualität. Dies immer wieder in Zusammenhang zu bringen ist stringente Kontinuität im zölibatären und körperfeindlichen römisch-katholisch Klerus. Pater Mertes ist weder besonders fortschrittlich, noch sollte er als Apostel einer neuen christlichen Sexualmoral und -pädagogik verklärt werden. Er bleibt ein konservativer Jesuit, der in Sachen Sex kein pädagogisch Beauftragter sein kann. Seine Äußerung zur Homosexualität beweisen dies nachdrücklich.