Zu Gast bei sozialen Chauvinist_innen

Quartiermanagment Schillerpromenade Berlin Neukoelln Wie bei indymedia berichtet wird, hat die Kommunikationsguerilla die überflüssigen am Mittwoch dem Vorort-Büro der Brandenburgischen Stadterneuerungsgesellschaft mbH (BSG), das sich als Quartiersmanagment Schillerpromenade tarnt, einen Besuch abgestattet, um gemeinsam mit den Architekt_innen, Sachbearbeiter_innen und Ingenieur_innen die erfolgreiche Verdrängung der RRoma aus dem Problemhaus Okerstraße 41 zu feiern. Oder kamen die lustigen Maskierten um frenetisch die bei der Selbstauflösung der Filiale der Brandenburger Baufirma behilflich zu sein und die Übergabe an die Anwohner_innen vorzubereiten?

So wichtig und witzig die Aktion war, bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Während in einem aktuellen Interview im Neuen Deutschland die antiziganistischen, xenophoben und chauvinistischen Klischee sowie das geplante Überwachungsnetzwerk der Task Force Okerstraße angeprangert werden, läuft die soziale Verdrängugn im Kiez längst auf Hochtouren. Die im Strategiepapier als Problemhäuser stigmatisierten Häuser in der Okerstraße verwaisen zunehmend. Ein erstes Ziel des QM und der Task Force ist somit erreicht. Die RRoma und Wanderarbeiter_innen sind weg! Jetzt sind wahrscheinlich die Trinker_innen dran!

Bild vom Blog des Tempelhof für Alle Bündnisses

Deshalb ist es weiterhin wichtig, daß sich die Anwohner_innen von Nordneukölln selbst organisieren und den städtebaulichen- und sanierungszentrierten Konzepten des BSG Ablegers im Schillerkiez eigene soziale Vorstellungen entgegensetzen. Die monatlichen Stadtteilversammlungen im Syndikat sind hierbei nur eine Möglichkeit zu intervenieren. Die überflüssigen haben eine andere gezeigt, um nachdrücklich darauf aufmerksam zu machen, daß soziale Exklusions- und Überwachungsmechanismen unerwünscht sind.

Die oft prekär beschäftigten, migrantischen Anwohner_innen um die Schillerpromenade haben offenbar Angst, daß ihnen blüht, was im Prenzlauer Berg und Friedrichshain schon längst Alltag ist. Nämlich die ethnische und soziale Homogenisierung der Bewohner_innen, die mit einer Verdrängung von Randgruppen einhergeht. Nicht eine vermeintliche militante Radikalsierung der phantasierten, lokalen Autonomen ist das Problem, sondern die vernetzte und schleichende Gentrifizierung ist es, vor der der Kiez Angst hat.

Also, kommt zur Stadtteilversammlung am 15. Februar um 20 Uhr im Syndikat, in die Weisestraße 56 (U-Boddinstraße)!