Erneut Naziangriff in Neukölln

Dr. Fritz Felgentreu hat voll den Durchblick - Pogromstimmung gegen Gentrifizierer in Neukoelln Vor vier Tagen heulte Fritz Felgentreu auf seiner Seite rum, daß es in Neukölln immer wieder zu Übergriffen autonomer Gruppen auf das Quartiersmanagement und sein Bürgerbüro kommt. Um diesen unhaltbaren Zustände einhalt zu gebieten und die No-Go-Area für anständige sozialdemokratisch blinde Bürger_innen zu durchbrechen, haben sich Nazis offenbar ein Herz gefaßt und zum vierten Mal in einem halben Jahr die Scheiben des Salvador-Allende-Clubs eingeschmissen. Aber Fritz wird auch dies wieder ignorieren.

Stattdessen polemisiert und stigmatisiert er vermeintlich autonome Gruppen im Kiez. Diese ziehen offenbar allabendlich marodierend, die freundlichen Sachbearbeiter_innen für soziale Ausgrenzung bepöbelnd und mit Farbbeuteln bewaffnet durch Nordneukölln und versetzen die gesamte Nachbarschaft in Angst in Schrecken. Hierbei schrecken sie nicht davor zurück mit Kot durchs Fenster zu werfen. Was für eine hübsche Welt für einen Bürgerlichen Extremisten! Was für Drogen nimmt der Typ eigentlich?

Felgentreu ist aber alles andere als ein Aufstandsjunkie. Er sieht bewußt und zielgerichtet überall eine linksautonome Gefahr, welche die Demokratie zerstören will. Und wo sie nicht ist, muß sie herbeigeredet werden.

Besonders widerlich ist, daß Felgentreu den Eindruck erweckt, daß sich die anderen politischen Akteure in Neukölln erst rühren als das Parteibüro der Grünen und die Galerie Olga Benario offenbar von rechtsextremen Tätern beschmiert und beschädigt wurden. Kein Wort davon, daß der Salvador-Allende-Club, das Kneipenkollektiv Tristeza und das Projekt Friedel 54 ebenfalls betroffen waren. Er verschweigt bewußt, daß es nicht der erste Angriff auf linke und alternative Treffpunkte im Herbst letzten Jahres war. Vorenthalten wird ebenfalls, daß sich die Attacken von Nazis im Januar und Februar massiv verstärkten. Völlig ausgeblendet werden die Morddrohungen an Personen, die sich am Protest gegen den Naziaufmarsch in Dresden beteiligt haben.

Felgentreu tut so, als ob vor allem das Vorortbüro der Brandenburgischen Stadtsanierungsgesellschaft mbH (BSG) im Schillerkiez, oft als Quartiersmanagment Schillerpromenade verharmlost, und er selbst permanentem Druck und existenzieller Gefahr unterworfen sind. Er imaginiert völlig irrational Kotangriffe. Die klirrenden Fensterscheiben von linken Projekten sieht er nicht. Will er auch gar nicht sehen. Die Sozailchauvinist_innen des QM sind ihm näher. Die anderen stören ihn.

Solidarität brauchen zur Zeit nicht sozialdemokratische Büros oder Sanierungsfirmen, sondern die linken Projekte, vor allem der Salvador-Allende-Club, die Galerie Olga Benario, das Friedel54 und das Tristeza. Jeder dieser Treffpunkte wurde im vergangenen halben Jahr mehrfach angegriffen und mußten Fensterscheiben erneuern.

Ich nehme Felgentreu beim Wort und erwarte, daß sich die SPD zur Kampagne Kein Ort für Nazis bekennt. Schließlich schreibt Felgentreu folgendes.

Und ich solidarisiere mich mit allen Opfern politischer Gewalt. Denn denen sind die Motive der Täter in der Regel vollkommen gleichgültig. Sie sehen nur, dass ihnen schweres Unrecht geschieht, und erwarten von den gewählten Repräsentanten unseres demokratischen Gemeinwesens völlig zu Recht Solidarität, Zuspruch und Hilfe.

Das wird es aber nicht geben. Außer es wird ebenfalls eine Kampagen gegen Linksextremistische Gewalt geben. Wahrscheinlich finanziert mit Schröders Millionen gegen Links.

Rechts ist Felgentreu und seinen rechtskonservativen Sozialdemokrat_innen in Neukölln schnuppe. Schließlich hat er mit Chauvinismus, Antiziganismus, Xenophobie und anderen strukturellen Exklusionen kein Problem. Er deckt Institutionen, die derartiges betreiben!