Mit ’nem Blumentopf gegen Nazis

Bigbeatland - 8.3.10

Seit Tagen informiert ein Blumentopf im Internet, auf Flyern (pdf) und Plakaten über die antifaschistische Neuköllner Kampagne Kein Ort für Nazis und mobilisiert zu einem Langen Tag gegen Nazis. Als ob Andreas Michalke es geahnt hätte, daß die Wahl eines Blumentopfes für ein wenig Verwirrung sorgen könnte, lieferte er am Donnerstag in der aktuellen Ausgabe des Dschungel, der Beilage der jungle World, eine mögliche Antwort über den antifaschistischen Charakter von Blumentöpfen.

Der dazugehörige Comicstrip aus der Reihe bigbeatland, den ich schon einmal hervorgehoben habe, bezieht sich eigentlich nicht auf Neukölln. Auch die antifaschistische Aktion ist eher zufällig. Sie entsprang weniger einem direkten Impuls zur Tat, sondern vielmehr einer antiextremistischen Ablehnung politischer Gewalt aufgrund einer bürgerlichen Perspektivverschiebung innerhalb eines (ehemaligen) Hausprojekts.

Mich erinnerte der fliegende Blumentopf dennoch an die aktuelle Kampagne in Neukölln im Besonderen und zivilgesellschaftlichen Protest gegen Nazis seit den 20iger Jahren im Allgemeinen. So sollen sich 1930 Mindener Arbeiter_innen mit Wasser und Blumentöpfen gegen Naziaufmärsche gewehrt haben. In jüngster Zeit frischten offenbar Neubrandenburger_innen diesen Brauch auf und wehrten sich so gegen einen NPD Aufmarsch.

Also, dann wieder bunt und kreativ mit Blumentöpfen gegen Nazis!