Tabubruch – Homosexualität im Fußball

Die Deutsche Akademie für Fußballkultur hat zusammen mit dem Deutschen Sportfernsehen (DSF), das nicht gerade für qualitativen hochwertigen Sportjournalismus bekannt ist, und der Filmproduktion filmworks die Dokumentation Tabubruch produziert und dafür den Grimme-Preis erhalten. Damit setzt sich das DSF erneut mit dem Thema Homosexualität und Fußball auseinander. Schon die ältere Doku Das große Tabu – Homosexualität und Fußball hatte trotz stiefmütterlicher Behandlung im Sendeplan für Kontroversen gesorgt. Der Kampf gegen Homophobie im Stadion, der längst in einigen linken Fankurven Konsens ist, setzt sich nun auf dem grünen Rasen fort.

Bezeichnend ist allerdings, daß sich an der längst notwendigen Diskussion von den aktiven Spielern lediglich Philipp Lahm beteiligt hat. Es ist offenbar immer noch nicht statthaft sich offen zur Diskussion um Homosexualität zu äußern. Kampagnen werden da schon lieber unterstützt. Jedoch auch eher von Nachwuchsspieler_innen.

Es könnte allerdings auch daran liegen, daß, wie Christoph Daum es nach Aussagen des Filmemachers Aljoscha Pause in einem Interview mit dem Stern darstellt, immer noch mit Homosexualität unterschwellig Übergriffe, Mißbrauch und Pädophilie verknüpft werden. Die aktuelle Diskussion um die Bundesligatrainer Kempter und Amarell spiegel diesen Diskurs ebenfalls auf fatale Weise.

Die Doku kann hier in drei Teilen (1, 2, 3) und in vorzüglicher Qualität runtergeladen werden. Ansonsten gibt es im Folgenden die Doku in fünf Teilen zu sehen.