„vicious in voice, barbaric, angry and blind, wearing death as a robe cinched with a belt“

Verschleiert, aber nicht stumm, kämpft eine Beduinin gegen das Patriarchat und spricht offenbar vielen Muslim_innen aus der Seele. In einem Poetenwettbewerb rezitiert sie ihr Gedicht, daß aggressiv und kämpferisch die wahhabitischen Kleriker in Saudi Arabien attackiert. Bösartig, barbarisch und blind sind sie, dichtet Hissa Hilal. Sie hätten die Wahrheit umzingelt und nun schweigt sie. Hilal beweist, daß sie sich aber nicht auf Dauer einsperren läßt.

In einem BBC Interview erläutert sie ihren Standpunkt und greift das patriachale wahhabitische Establishment massiv an. Sie wird still, als sie von den Todesdrohungen erzählt. Jedoch betont sie auch, daß es sehr viel mehr Zuspruch gibt, insbesondere von ihrer Familie.

I know they love me and they support me. It’s a big sacrifice for them in such a society to let me go to the TV and talk to the media. I am hoping my daughters won‘t have to cover their faces and they‘ll live a better life.

Wieder sind es Beduinen und der mystische Islam, der sich gegen den patriachalen Fundamentalismus und die Unterdrückung der menschlichen Beziehungen wehrt. Hilal attackiert offensiv die Todesdrohungen der Kleriker, die nur dem Mord huldigen und vernichten wollen.

I have seen evil in the eyes of fatwas, at a time when the permitted is being twisted into the forbidden.

Das, was Hamed Abdel-Samad bei telepolis, noch vor ein paar Tagen gefordert hat, ist schon längst da. Die Islamkritik von Hissa Hilal ist nicht minder scharf und offensiv, wie die der christlichen Fundamentalist_innen, den guten Achsenintellektuellen, den westlichen Kulturrassist_innen und antimuslimischen Ex-Muslim_innen.

Mein Gedicht sollte allen arabischen Frauen eine Stimme geben. Denn sie wurden zum Schweigen gebracht von Leuten, die unsere Kultur und unsere Religion gekidnappt haben.