Stamattina mi sono alzato . . .

Gestern, 65 Jahre nach der Befreiung Italiens vom Faschismus, erschien die neue Platte von Banda Bassotti. Auf Check Point Kreuzberg ist das Konzert im SO36 vom 5. Dezember letzten Jahres zu finden.

Das beinah schon obligatorische Bella Ciao, das am Ende jedes Konzertes der Dackelbande mit sämtlichen beteiligten Künstler_innen gespielt wird, soll an den 25. April erinnern. Eine andere Version, übrigens eine schnellere, die mir persönlich äußerst gut gefällt, gibt es von der Brigata Amaranto.

Neben Bella Ciao war auch der Arbetslosemarsch ein riesen Hit. Schön, daß sie den mal wieder gespielt haben. Geschrieben hat dieses jiddische Arbeiterlied Mordechaij Gebirtig. Sein S‘brent hatte ich schon einmal am Montag gezeigt. Er schrieb dieses Lied nach dem Pogrom in Przytyk, das polnische Bauern noch vor der deutschen Okkupation anzettelten. Sie ermordeten an drei Tagen im März 1938 einen Großteil der jüdischen Bevölkerung des Dorfers. Von 2.500 Jud_innen – 70 % der Dorfbewohner_innen – überlebten nur wenige die Shoa. Der jiddische Sozialist und Partisan wurde am 4. Juni 1942, im Krakauer Ghetto auf offener Straße von Nazis erschossen.

Die Freude über den Sieg über den Faschismus, das will ich mit der Erwähnung von Mordechaij Gebirtig betonen, sollte immer mit der Erinnerung an die zahlreichen getöteten Partisan_innen in ganz Europa verknüpft werden. Sie waren es, die unabhängig von ihrer Konfession, politischen Einstellung, Geschlecht oder sozialem Status gegen die Faschist_innen und Nazis kämpften. In Italien haben die Partigiani die faschistische Republik selbst beendet. Im Rest Europas bedurfte es der tatkräftigen Unterstützung durch die Allierten. Diese feiern wir am 8. / 9. Mai.