Deutschland kaputt – Jeden Tag neu!

Seit Tagen erstaunen mich die deutschen Politiker_innen immer auf’s Neue. Zuerst tritt Burschi-Koch aus Hessen zurück. Offenbar war sein Rückzug geplant, wohl kalkuliert und führt in irgendeinen Vorstand oder Aufsichtsrat eines führenden Dax Unternehmens. Wahrscheinlich zu einem sogenannten Energieversorger mit vielen Atomkraftwerken. Gestern nun gesellte sich zu den rechtskonservativen Loosern der gute alte Hausmeister Hotte Köhler. Nur die farblose Helene zappelt aus der Reihe und gewinnt in Oslo. Dafür bricht der deutschen Fußball Nationalmannschaft ein Spieler nach dem anderen weg. Und die Bundesmutti, das Maskottchen und die Glücksbringerin der Bundesadlerweißen, konnte gestern gar nicht zum Händchen halten kommen. Gruselig schön wie ’schland in der Destruktion versinkt. Da könnte mensch glatt feiern. Wenn nicht Lena Meyer-Landruth wär‘!

Das antri-authentische Zappelmädchen Helene erfüllte pflichtbewußt die Raab’sche nationale Aufgabe und hat in Norwegens Hauptstadt gewonnen. Da bemühen sich seit Jahren widerliche deutsch-national bewegte Unternehmer_innen um eine positiven Bezug zum urarischen Land der Wikinger und wer schafft es. Eine dunkelhaarige Hannoveranerin, die von dem schlechten Witzbold und Partynationalisten Stefan Raab geschaffen sowie kontrolliert wird.

Gußeisern, epileptisch zitternd und egozentrisch desinteressiert verfing sie sich in ihrer Pseudonatürlichkeit, die derartig dämmlich und offensichtlich choreographiert war, daß nur national entkernte Individuen Etwas bejubelten, was sie gar nicht erkennen konnten. Der Chor der Bewunderer und Seeligen reicht von Retro-Nazi-Hool aus Hannover über rechtskonservative Medien bis zur geifernden Unterklasse der Musikpädagogik aus Deutschlands klassischster Stadt.

Ich frag mich nur die ganze Zeit, wen die Wir sind Lena Jubler_innen eigentlich sehen und feiern? Ist es die nationale Projektionsfläche, die hartnäckig den deutschen Akzent kultiviert? Oder ist es der dämmliche Rausch noch etwas schräger zu sein als die anderen Schlagerfutzis. Viellciht ist es aber auch einfach nur die selbstgespiegelte und eigenproduzierte Apathie, die das Publikum mag. Schließlich kann es in der deutschesten der Deustchen Helene alles sehen, was es selbst gern möchte.

Die Zappellady ist durchchoreographiert, daß es schon weh tut. Sie nimmt seit Monaten Tanz- udn Schauspielstunden, was aber nur scheinbar nicht abkommt. Ihre vermeintliche Natüprlichkeit ist ein Hohn und wirklich schlecht gespielt. Ihr ganzes Wahnsinn, Crazy und Ihr seid verrückt Mantra nervt. Neuerdings hat sie weniger Berührungsängste mit den deutschen Nationalfahnen. Ganz wie beim Fußball.

Stefan Raab und der NDR sind es, die konsequent die Nationale Aufgabe quasi in einer Volksfront der Medien, jenseits der eigenen kommerziellen Interessen entwarfen und bis zum Kotzen konsequent durchexerzierten. Der positive Bezug auf das 2006er Sommermärchen kommt nicht von ungefähr. Die Weltmeisterschaft steht vor der Tür und die Deutschen proleten wollen feiern. Auch wenn ihre Mannschaft zerbröselt.

Diese ganze nationalistische Scheiße, dieser performative Dünnschiß und das elegische Stöhnen der alten Männer des Feuilletons nervt sowas von. Da gönn‘ ich mir doch lieber einen ungarischen Last-Minute-Treter, der dem jungen Schalker und Jogis AbwehrhoffungWestermann den Fuß zerhaut. Schließlich will ich mehr bundesdeutsche Destruktion a la Hotte Köhler, Burschi Koch und den anderen paralamentarischen Parallelgeselschafter_innen.