Von rot, über Blau mitten ins Schwarze

Es gibt einige Widerlinge mit denen ich nix zu tun haben will. Dazu gehören neben den üblichen christlichen, buddhistischen, islamistischen und national-bolschewistischen Fundamentalist_innen auch die antiideologischen Verfechter einer militant nationalistischen Staatsräson gegen alles Nichtisraelische. Letztere mobilisieren zusammen mit einige Gruppen, die ich durchaus schätze, für Samstag zu einer Kundgebung Gegen das Bündnis der Kriegstreiber von Linkspartei und Hamas! .

Nicht, daß ich etwas dagegen hätte gegen die Linke zu demonstrieren und sie zu delegitimieren, aber bitte nicht mit solch einer trotzkistisch phantastischen Aktion. Womöglich ist deshalb BAK Shalom nicht dabei und demonstriert lieber einen Tag später gegen sich selbst und alle anderen. T.O.P. bleibt auch fern und geht zur Krisendemo.

Die Linie von Gysi über Erdogan, Hugo Chavez bis hin zur iranischen Führung, die die Bahamas aufmacht, ist mehr als lächerlich. Es fehlen nämlich Ban Ki-Moon, die irische Regierung, die eigentlich immer freundlich goutierte N.A.T.O. und vor Obama, der eine Lösung des Gaza Konflikts wünscht und den Palästinerser_innen Hilfe in Millionenhöhe verspricht. Das heißt, der Druck auf Israel kommt von überall und setzt die rechtskonservative und nationalistische Regierung um Netanjahu mächtig in Zugzwang. Deshalb muß sofort eine Pro-Israel-PR her, so meinen israelische Regeirugnsbeamte.

Am Aufruf ist richtig, daß sich im Zuge der Proteste gegen den militärischen Einsatz gegen die Free Gaza Flotille vermeintlich erlaubte Israelkritik mit antisemitischen Exzessen mischt, die soweit gehen, daß erneut von manchen Regierungen Boykotte und Sanktionen gegen Israel gefordert werden. Selbst in Deutschland sammelte sich am vergangenen Wochenende ein widerlicher Haufen aus antisemitischen Querfrontler_innen, islamistischen Fundamentalist_innen, türkischen Nationalist_innen und anderen antiisraelischen Spinnern. Aber es waren wesentlich weniger Demonstrant_innen, als in Israel, wo über 4.000 15.000 Menschen gegen den tödlichen Angriff auf die Mavi Marmara auf die Straße gingen.

Die Bahamas würde garantiert behaupten, daß dies eingeschleuste Terrorist_innen waren oder eventuell auch sich selbsthaßende Jud_innen. Womöglich waren sogar arabische Israelis unter den Demonstrant_innen, was es selbstverständlich aus israelsolidarischer Sicht nicht geben darf, wie die Likud Abgeordnete Miri Regev und der Nationalist Michael Ben Ari widerlich bei der Debatte um den Einsatz in der Knesset betonten.

Antisemitismus in der Berichterstattung gegen Israel zu kritisieren ist richtig. Mit der Linken trifft es ebenfalls diejenigen, die heftig gegen Israel wetterten und die antisemitischen Motive so mancher (türkischer) Freiheitsaktivist_innen ausblendeten. Das die IHH fundamentalistisch und islamisch genannt werden kann, ist unstrittig. Schließlich bedauerte ein Offizieller bei der Rückkehr aus Israel, daß nicht alle als Märtyrer sterben können. Aber sie Djihadist_innen zu nennen, geht meiner Ansicht zu weit.

Völlig dämmlich ist aber der Flotille vorzuwerfen, sie würde politisch agieren und so die israelische Souveränität und Sicherheit unterminieren. So argumentieren totalitäre Systeme, die sich verbieten, daß sich irgendjemensch in die inneren Angelegenheiten eines Staates einmischt. Aber hierzu hat rhizom sehr viel Klügeres ausgegraben.

Also, mit den Bahamas Spinnern werde ich mich ganz bestimmt nicht zusammentun. Diese dogmatischen anti-antiisraelischen, konservativen und nationalistischen Märchenerzähler_innen auf den negativen Spuren des Nationalbolschewisten Jürgen Elsässer nerven mächtig. Ansonsten immer ruff‘ uff die Linke!