Bomber, Terror und Reichsparteitage

Die Spingerpresse überschlägt sich zur Zeit geradezu in der Übertreibung militanter linker Aktionen. Der Böller bei der Krisendemo wurde deshalb wahlweise zur Splitterbombe oder zum Sprengsatz. Gestern sprach das Opfer der Bomber mit der B.Z. und heute rollt der linke Terror durch Berlin. Eigentlich ist es aber doch keine Terrorwelle, so Bosbach, aber eine Eskalation befürchtet er schon. Vielleicht hilft ja ein innerer Reichsparteitag oder ein geistiger Djihad. Oder einfach nur eine aktuelle Stunde im Bundestag. Damit der linke Terror endlich anfängt aufhört!

Die Erlösung, quasi der polizeiliche und politische innere Reichsparteitag, wäre allerdings endlich ein_e tote_r Beamt_in. Oder ein_e Demonstrant_in. Wobei letzteres wahrscheinlich nicht so ausschlaggebend wäre. Schließlich gibt es mit Dennis, Oury Jalloh und anderen genügend Opfer von Polizeiwillkür und -gewalt.

Um die toten Demonstrant_innen bemüht sich die Springerpresse dennoch redlich. Dann wäre sie endlich da – die sozialen Unruhen und der Bürgerkrieg des reaktionären Terrorismusexperten Udo Ulfkotte und sein Atlas der Wut hätte endlich eine Entsprechung in der quasirealen Welt.

Die Polizeigewerkschaft hüpft fröhlich um’s Feuer und ruft deshalb statt Ach wie gut, daß niemand weiß… lieber Her mit den Knarren und immer schön Geladen und ungesichert! Die Freigabe des Schußwaffeneinsatzes soll selbstverständlich nicht in erster Linie für Zivis gelten, die schon bei der Besetzung des Tempelhofer Feldes ihr Versagen eindrucksvoll bewiesen, sondern die hilfsbereiten, zurückhaltenden und vor allem bürgerfreundlichen Bereitschaftspolizist_innen sollen Schußwaffen nutzen dürfen. Da ist mir der innere Reichsparteitag eines Klose schon sehr viel lieber. Wobei er eben jenen wahrscheinlich eher als Erlösung empfunden hat und den ganzen Hakenkreuzfahnen und strammstehen Scheiß‘ wahrscheinlich eher nicht assozierte, sondern einfach nur Freude, daß er endlich wieder mal getroffen hat.

In der copzone geht es allerdings heftiger zur Sache. Da schwadroniert der Operator Goldstern öffentlich darüber Demonstrant_innen zu erschießen.

Nur mal so am Rande bemerkt: das UZwG Berlin erlaubt die für den Schützen folgenfreie Erschiessung eines Täters bei derartigen Taten

Die Antwort ist eher strafrechtlicher denn relativierender Natur. Da geht es um eine Rechtfertigung der Erschießung von Demonstrant_innen. In einem weiteren Posting zeigt sich, daß die Tötung eindeutig rechte Motive hat.

Auch wenn ich nicht unbedingt Verfechter derartiger Vergleiche wäre, aber ich muss mich beherrschen wenn meine Symphatien nicht langsam umschwenken sollen!

Mein Wahlverhalten überdenke ich sowieso schon ein ganze Weile.

Na dann Prost! Bomben, Terror, Ulfkotte und schießwütige Polizist_innen – da gönn‘ ich mir aber mal einen Biodrink der biocompany drauf. Und warte auf den ersten Toten. Oder den nächsten inneren Reichsparteitag. Vielleicht aber auch den GröFAZ.