Archiv für Juli 2010

Judith Butler – Kämpferische Imperative, Abgrenzungen, Bündnisse und Netzwerke

Als Teil einer offenbar globalen, antiisraelischen, vor allem aber kritischen neuen jüdischen Linken, die das weltweit lebende jüdische Volk – ganz antinational und antiimperialistisch – in seiner Demografie verstehen und die komplexe Geschichte analysieren möchte, argumentiert Judith Butler in einem aktuellen Interview mit der Jungle World mit paradoxen und sich zum Teil widersprechenden Worthülsen. Da fließt so einiges Widerliches im Kampf gegen Rassismus, Kulturalismus und vor allem in dem gegen Diskriminierung und Gewalt zusammen. Da bleibt oft nur ein Kopfschütteln. (mehr…)

Volksfest, Opfer und Pensionen

Eigentlich wollte ich zur Duisburger Loveparade nix schreiben. Dazu gibt es genügend und sehr gute Analyse bei verschiedenen Zeitungen, Zeitschriften und in den sozialen Netzwerken. (mehr…)

Белла Чао! Карло! Мы тебя не забудим!

Für all die partigiani metropolitana! Für die Aktivist_innen in Russland, die jeden Tag neu gegen die existenzielle Gefahr kämpfen, sich engagieren und kriminalisiert werden. Für alle vermeintlichen Extremist_innen, die statt eines demokratischen Verfassungsstaates eine emanzipatorische, freie und soziale Gesellschaft aufbauen wollen!

NPD und DVU in der ARD oder Uwe Backes erklärt die Welt

Gestern berichteten die tagesthemen mit einem Beitrag zur geplanten Fusion von NPD und DVU. Der Beitrag gab nicht nur den maßgeblichen Naziprominenten eine Stimme, sondern präsentierte den Extremismusforscher und antilinken Anti-Antifaschisten Uwe Backes, den Wissenschaftler des Hannah-Arendt-Institus der TU Dresden, als vermeintlichen Experten für radikale Nationalist_innen. (mehr…)

Mit dem Hakenkreuz die Sonne grüßen

Da haben sie sich ganz furchtbar echaufiert – die ehemaligen adligen Widerstandskämpfer_innen mit völkisch antisemitischen Habitus von der Stiftung 20. Juli 1944. Ausgerechnet das Flagschiff für die Restauration der ruhmreichen deutschen Luftwaffe – äh Luffahrt – erlaubt sich am 20. Juli 2010 die restaurierte Ju88 zu präsentieren, die mit einem fetten Hakenkreuz ausgestattet an prominenter Stelle in der Ausstellung platziert wurde und gut sichtbar nationalsozialismusaffine Besucher_innen für ein Erinnerungsfoto erwartet. Die Stiftung kritisierte übrigens lediglich den sehr unpaßend gewählten Termin. (mehr…)

„Mit Genehmigung des Verfassungsschutzes Brandenburg“

Mathias Brodkorb hat schon jetzt eine beeindruckende politische Karriere hinter sich. Nach der Wende schloß er sich der PDS an, die heute von seinem konservativen Lieblingsautor und Ex-Verfassungsschützer Rudolf van Hüllen als extremistische Partei betrachtet wird, die überall und jederzeit entlarvt und gestellt werden muß. Dann zog es ihn zur SPD, für die er in Mecklenburg-Vorpommern im Landesparlament sitzt. Neuerdings treibt es Brodkorb weiter nach rechts. Sein zivilgesellschaftliches Engagement gegen Nazis hat er offenbar aufgegeben und durch Ambitionen im Verfassungsschutz ersetzt. (mehr…)

Nicht geloben, sondern gedenken!

Zwei wichtige Termine stehen an diesem 20. Juli wieder auf der Agenda. Beide haben mit Waffengewalt zu tun. Doch während die eine Veranstaltung neue Täter einschwört, erinnert die andere an ein Opfer. Gemeint sind das Feierliche Gelöbnis der Bundeswehr in Berlin und der neunte Todestag von Carlo Giuliani, der bei Protesten gegen den G8-Gipfel in Genua 2001 von der Polizei erschossen wurde. (mehr…)

Mit Messern aus Solingen „Zecken“ töten

Die deutsche Politik brüstet sich wortreich und adverbial gerne mit der neuen Multikulti Regenbogen Nationalmannschaft und lobt sie als Symbol für eine gelungene Integrationspolitik. Der sogenannte Neuköllner Fahnenstreit wird hier gern ebenfalls als Folie genutzt. Weistestgehend unerwähnt bleiben die Übergriffe nach Public-Viewing Eventen in der Provinz oder in größeren Stadien. Die pogromartigen Auseinandersetzungen in Frankfurt / Oder interessiert keine_n. Das zwei Italiener_innen in Hannover von einem ganz besonders überzeugten Deutschlandfan gezielt hingerichtet wurden, trübt ebenfalls nicht die freundliche Bilanz des nationalen Fußballwahns. In der Provinz wurde und wird nicht nur während der WM geprügelt. Erwähnenswert ist aber, daß die Sicherheitskräfte offenbar längst vor einer Nazihegemonie zum Beispiel in Bad Freienwalde resigniert haben. (mehr…)

„Something wrong in the world today“

Wiederentdeckt! Mit Hockeyriots, Avantgarde, Bluescreens usw.

„Aber Du doch nicht, Mama, oder?“

Das sagt der kleine Musti zu seiner Mutter und durchbricht so – nicht nur mit seinen vielen Warum – eine antideutsche Hysterie der nicht nur sexuell neuerwachten Fricka. Mit dieser emotionalen Feststellung eines kleinen Knochenmannes wird die irrationale Abgrenzung durch eine liebevolle Inklusion ersetzt. (mehr…)