Mit Messern aus Solingen „Zecken“ töten

Die deutsche Politik brüstet sich wortreich und adverbial gerne mit der neuen Multikulti Regenbogen Nationalmannschaft und lobt sie als Symbol für eine gelungene Integrationspolitik. Der sogenannte Neuköllner Fahnenstreit wird hier gern ebenfalls als Folie genutzt. Weistestgehend unerwähnt bleiben die Übergriffe nach Public-Viewing Eventen in der Provinz oder in größeren Stadien. Die pogromartigen Auseinandersetzungen in Frankfurt / Oder interessiert keine_n. Das zwei Italiener_innen in Hannover von einem ganz besonders überzeugten Deutschlandfan gezielt hingerichtet wurden, trübt ebenfalls nicht die freundliche Bilanz des nationalen Fußballwahns. In der Provinz wurde und wird nicht nur während der WM geprügelt. Erwähnenswert ist aber, daß die Sicherheitskräfte offenbar längst vor einer Nazihegemonie zum Beispiel in Bad Freienwalde resigniert haben.

Entspannt ist der Nationalismus oder besser nationale Exklusionsfetisch in der Provinz nie gewesen. Dort mischen sich immer wieder völkische Superioriät mit territorialen Ansprüchen, die im Begriff der national befreiten Zone kulminiert. Was der bundesdeutsche Staat Anfang der 90iger nach der Pogromwelle durch die Abschaffung des Asylrechts und eine restriktive Flüchtlings- und lediglich verwertungszentrierte Migrationspolitik instituionalisierte, setzen Nazis in der Provinz schlagkräftig um. Alternative Jugendliche werden erst verjagt und dann verpügelt. Die Polizei ist dabei kein Helfer, sondern macht sich auch zum ängstlichen Opfer ohne Zivilcourage. Letzteres soll die Bevölkerung trotzdem an den Tag legen.

In Bad Freienwalde beschreibt der Verein Opferperspektive folgenden fatalen Übergriff beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die spanischen Kicker.

Mehrere Rechte folgten ihnen – am Ausgang kam es zu einer ersten Auseinandersetzung. Verfolgt von ihren Angreifern flüchteten die Jugendlichen in den Vorraum der nahe gelegenen Polizeiwache. Der wachhabende Beamte habe allerdings nicht auf die offensichtliche Bedrohungssituation reagiert und verwehrte den Zutritt zur eigentlichen Wache. An der Tür und vor der Wache kam es schließlich zu einer Prügelei mit den angreifenden Rechten. Dabei wurden die drei Alternativen verletzt, ebenso wie einer der Rechten. Sowohl bei der versuchten Erstürmung der Polizeiwache als auch bei der Auseinandersetzung davor soll der mutmaßliche KMOB-Anführer beteiligt gewesen sein. Hinzukommende Polizisten beendeten die Auseinandersetzung. Zwei der Alternativen mussten ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Die Kapitulation des Dorfpolizisten in seiner Wache, erinnert fatal an die Vorkommnisse in Rostock, wo sich die Polizei bei den Angriffen auf das bunte, sogenannte Sonnenblumenhaus zurückzog. Das Nazis vor Polizeistationen ungestört prügeln dürfen, ist mir neu und zeigt eine fatale Eskalation der Gewalt von rechts.

Ein weiteres Beispiel purer Mordlust von Nazis äußert Oliver Kasack, wie der Störungsmelder schreibt. Der NPD Kreisvorsitzende des oberpfälzischen Landkreises Cham-Schwandorf ruft in seinem facebook Profil offen zum Mord auf. Er ruft nicht nur zum Mord auf und diskutiert effiziente und unterhaltsame Tötungsmethoden. Zecken sollten die Kehlen aufgeschnitten und sie in ihrem Blut ertränkt werden. Anzünden wird verworfen, weil es teures Benzin kostet. Die Messer – also die Mordwerkzeuge – sollen selbstverständlich aus Deutschland sein. Solinger Qualitätsware wird deshalb von Kossack bevorzugt.

Ekelhaft, nicht, wie entspannt der neue deutsche Nationalismus ist und wie doch immer wieder die völkische Fratze blutrünstig sich demaskiert! es ist doch alles beim national (sozialistischem) Alten in ’schland.