Für die Politisierierung des CSD

Die Christopher Street Day Organisator_innen ziehen sich inbesondere in Berlin ganz apolitisch aus den aktuellen politischen Diskussionen zurück und argumentieren lieber kulturalistisch, wertkonservativ und eurozentristisch gegen andere marginalisierte Gruppen. Das sie so aber dennoch für Nazis ein Ziel bleiben, zeigte eine angekündigte Kundgebung der NPD in Mannheim. Diese sorgte, obwohl sie doch kurzfristig abgesagt wurde, für eine (antifaschistische) Politisierung des Christopher Street Days zumindest in Mannheim und Ludwigshafen.

Die Nazis kamen zwar nicht nach Ludwigshafen-Mitte, dafür versammelten sich aber ca. 300 Antifaschist_innen zu einer Kundgebung. Es beteiligten sich neben dem AK Antifa Mannheim auch verschiedene zivilgesellschaftliche Bündnisse am Protest gegen die NPD. Selbst der Oberbürgermeister von Mannheim soll unter den Teilnehmer_innen der Kundgebung gewesen sein.

Trotzdem kam es am Rande einer Spontandemonstration zum Wohnort des NPD-Funktionärs Christian Hehl und Anmelders der Nazidemo zu Polizeiübergriffen. Team Green prügelte und hielt mit Pfefferspray die Antifaschist_innen auf Distanz. Der Reaktion des AK Antifa ist deshalb wenig hinzuzufügen.

Die Eskalation der Polizei kam für uns völlig unerwartet. Es ist für uns nicht nur völlig legitim, sondern ebenso notwedig den Protest gegen menschenfeindliche Hetze dorthinzutragen wo er herkommt, nämlich zu NPD-Funktionär Christian Hehl.

Und so haben die Sicherheitsorgane wieder selbst dafür gesorgt, daß Teile des LGBT Volksfestes kriminalisiert, überwacht und angegriffen wird. Nazis hätte es für diese Gewalt gar nicht gebraucht. Für eine Politisierung des (Party-) Umzuges haben sie dann aber dennoch gesorgt, sich allerdings auch weiter ins Abseits gestellt.