Jüdische Kulturtage in Berlin

Morgen starten die Jüdischen Kulturtage in Berlin um 20 Uhr mit einem Eröffnungskonzert Jungen Kantoren. An den darauffolgenden Tagen gibt es aber auch etwas weniger synagogales zu hören und zu sehen. Zentrum der musikalischen Abendunterhaltung ist die Synagoge in der Rykestraße im Prenzlauer Berg, unweit des jüdischen Friedhofs am U-Bahnhof Senefelder Platz.

Am Samstag Abend spielen die drei israelischen Akustiksouldivas haBanot Nechama. Sie erinnern mich gesanglich an die ukrainischen Akustik-Ragga-Crew 5nizza. Nur das die Grrrlz weniger riot im Kopf haben, sondern eher ganz viel Shalom.

Am Sonntag geht’s gleich hochkarätig weiter. Mit Elfrat Alony kommt eine der interessantesten israelischen Sänger_innen. Sie mischt spannend die verschiedenen Elemente. Musikalisch umrahmen ihre Stimme Soundteppiche, die mal als Jazz, avantgardesk, chillig, beinah immer folkloristisch und neuerdings elektronisch daherkommen. Klingt echt spannend. Und ihre Konzerte müssen performative Ereignisse sein. Auch visuell.

Danach dominiert an zwei Tagen Georg Kreisler. Das finde ich nicht so spannend. Zviel Klezmer ist auch nicht mein Ding. Erinnert mich zu sehr an philosemitische Predigten protestantischer Israelfreund_innen. Mit Chava Alberstein am Samstag, den 4. September, gibt es genug an jiddischer Gesangskultur. Außerdem kommt mit ihr ein seltener Gast, den es auf jeden Fall lohnt zu sehen. Sie kennt sich nämlich nicht nur in chassidischer Mystik, die ganz viel mit Leitern und Funken zu tun hat aus, sondern weiß auch einen ordentlich Tango zu spielen.

Zwei Tage vorher spielt der israelische Sänger Rami Kleinstein in der Synagoge in der Rykestraße. Ihn finde ich nicht so spannend. Seine Performance erinnert mich an italienische Cantautori. Nur das die nicht selten anarchistisch angehaucht sind. Bei Kleinstein kann ich mir das weniger vorstellen . . .

Also, es gibt einiges zu entdecken. Die Konzerte beginnen jeweils um 20 Uhr und kosten 20 Euro voll sowie 15 Euro ermäßigt.