Seehofer, Gott und die CSU

Nachdem Horst Seehofer dem Tod am vergangenen Wochenende gerade nochmal rechtzeitig von der Schippe gesprungen ist, scheint er sich dem helleren Meister hochdroben näher zu fühlen. Dankbar und nach seiner Meinung offenbar mit einer zweiten Chance ausgestattet sowie in göttlicher Mission unterwegs, sprach er in Berlin von seinem Meister und wie mensch am Besten soziale, ethnische und ökonomische Herausforderungen meistert.

Seehofer war in Berlin. Er sprach vor allem über Bayern – dem Fünf-Sterne-Land, wo ihn Gott gerettet hat. Dort lebt das letzte deutsche, wertkonservative (Wahl-) Volk, das eine klare christliche Wertorientierung hat. Die heterosexuelle Familie steht immer noch im Zentrum der Repruduktion der Bajuvar_innen, Franken und der anderen Völker. Die Söhne leisten gerne ihren Beitrag für ihr Vaterland und ziehen mit einem Volkslied nach Afghanistan, um dort Ungläubige zu erschießen. Oder ihnen christliche Schulen zu bauen. Obwohl das schon länger nicht mehr passiert.

Dort lernen die unzivilisierten, (genetisch) zurückgebliebenen und nur mäßig intelligenten Muslime – selbstverständlich im Religionsunterricht – wie sich ein florierendes Land wie Bayern aufbauen läßt. Schließlich muß es eine Aktionseinheit von Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik geben.

Berlin fehlt diese übrigens ebenfalls. Deshalb ist Berlin eben auch zwar sexy, vor allem aber verdammt arm. Nicht an Kreativität, Promiskuität, Sexualität usw. Es fehlt schlicht und einfach an Geld. Und all das liegt daran, daß Berlin den Religionsunterricht abgeschafft hat. Dieser Zustand entwurzelt die Menschen und läßt sie als sprichwörtliche Geisterfahrer ohne ethisch und moralische Meister durch die Gegend fahren. Und Seehofer weiß, wovon er spricht. Und Christine Haderthauer, die mit Seehofer im Auto saß, als beide Gott ins urallte Auge starrten.

Der Herrgott hat an diesem Abend die Hand schützend über uns gehalten. So ein Ereignis lässt einen innehalten und macht bewusst, wie schnell es vorbei sein kann.

Der Geisterfahrer im fränkischen Hilpoltstein muß ein_e Berliner_in gewesen sein. Vielleicht hatte sie_er es sogar auf die beiden abgesehen. Bloß gut, daß es Bayern gibt, wird sich Seehofer denken, da ist die Welt noch in Ordnung!