Deutsche! Heiratet mehr Deutsche!


Wie ist es zu erklären, daß zwischen Ost und West immer noch ganz wenig geheiratet wird. Da geht’s ja in erster Linie um die jungen Leute. Also, es wird wesentlich öfter, werden Ehen mit Ausländerinnen oder Ausländern eingegangen, als das Deutsche Ost und West miteinander heiraten. Und da sind ja die Banken nicht dran schuld.

Presseklub, 3. Oktober – ca. 37. Minute

Er hat’s nicht gesagt, aber irgendwie schimmert es ganz widerlich durch. Mag Günther Jauch keine „Mischehen“? Fordert er ernsthaft mehr ethnisch saubere, staatlich geförderte Reproduktionsinstitutionen, oft verharmlosend Ehe genannt? Rassismus im Presseklub des WDR?

Gruselig ist es schon. Aber die Mitdiskutant_innen haben recht gut reagiert. Wie soll sich auch feststellen lassen, wer (ursprünglich) ost- und wer westdeutsch ist. Die Grenze ist offen. Im Gegensatz zu RRoma und nicht-europäischen Menschen dürfen sich Deutsche frei bewegen und ihren Aufenthaltort selbst wählen. Ein Monitoring nach Geburtsursprung existiert (hoffentlich) nicht. Der sogenannte Migrantionshintergrund wird bei Eheschließungen ebenfalls nicht gemessen . . .

Das sich Jauch allein mit dieser Frage beschäftigt, warum Deutsche untereinander nicht heiraten sollen, ist selten dämmlich. Schließlich ist die Quote für deutsch-deutsche Hochzeiten immer noch bei 96 Prozent. Was für ein Imaginationspotenzial der Jauch hat. Wahnsinn! Mensch brauch egen doch scheinbar immer wieder den Volkstod, um seine Identität als Pionier im Wilden Osten vorteilhaft konstruieren zu können.