Tifare contro – Die Geschichte der italienischen Ultràs

Seit Jahren schreibt Mr. Altravita über sein Leben in Italien. Neben Musik und Kultur geht es vor allem um Fußball. Spätestens seit dem Tod des Polizisten Filippo Raciti, der bei Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Fans beim sizilianischen Derby in Catania starb, und dem Lacio Fan Gabriele Sandri, der von einem Polizisten erschossen wurde, beschäftigt sich Mr. Altravita differenziert und immer intensiver mit der Gechichte der italienischen Ultràs und aktuellen Entwicklungen in den Stadien.

In seiner Auseinandersetzung mit der italienischen Fankultur waren neben den differenzierten Analysen und Innenansichten auf die Ultràbewegung immer Übersetzungen wichtiger Texte ausschlaggebend. Außerdem stellt Mr. Altravita seit einiger Zeit relevante Bücher vor, welche die Lebensform Ultrà beschreiben oder sich mit ihr auseinandersetzen. Ganz besonders in Erinnerung sind mir die Rezensionen zu A.C.A.B. von Carlo Bonini, den Büchern und Veröffentlichungen von Domenico Mungi sowie Tifare contro von Giovanni Francesio. Letzteres hat Mr. Altravita komplett übersetzt und es erscheint am 1. November bei Burkhardt & Partner.

In Tifare contro wird die Geschichte der italienischen Ultràs erzählt. Sie beginnt 1968 und endet im Jahr 2007 nach dem Tod des Polizisten Raciti in Catania und der Erschießung des Lazio Fan Sandri an einer Raststätte in der Nähe von Arezzo. Das Buch bietet den Anlaß sich ein wenig intensiver mit Fankultur und Ultràs auseinanderzusetzen.

Die Diskussionen rund um die Fandemo am 9. Oktober in Berlin zeigen, daß durchaus Gesprächsbedarf auch in emanzipatorischen Zusammenhängen besteht. Schließlich steigt der Repressiondruck der Verbände, der einzelen Clubs und vor allem der Sicherheitsorgane permanent. In Italien kulminierte er in der Tessera del Tifoso, einer Art Meldesystem für alle Fußballfans, die zum Beginn der laufenden Saison in Italien eingeführt wurde und Tifosi Auswärtsfahrten nur mit dieser speziellen Fankarte erlaubt.

Mr. Altravita hat sich freundlicherweise dazu bereit erklärt einige Fragen zu beantworten. Diese drehen sich um vier große Themenbereiche. Einmal geht es um die Geschichte der italienischen Ultràs. Des Weiteren versucht sich Mr. Altravita in einer (unvollständigen) Beschreibung der Mentalità Ultrà. In einem weiteren Fragenkomplex geht es um politische Interventionen in und aus der Kurve. Den Abschluß bildet eine Diskussion über ein mögliches emanzipatorisches Potenzial der Ultràs.

Das Gespräch und die Ausführungen von Mr. Altravita wird in den nächsten Tagen in zwei Teilen veröffentlicht. Der erste erscheint am Veröffentlichungstag des Buches Tifare contro am 1. November. Der zweite Teil folgt wenige Tage später.