Veranstaltungsreihe zu Jugend, Revolte und sozialer Kontrolle

Vor ein paar Tagen lief bei arte die ganz besonders interessante Doku Für eine andere Welt über die Jugendunruhen und -aufstände, die insbesondere die europäischen Großstädte betraf. In einzelnen Interviews mit beteiligten Aktivist_innen und (marxistischen) Theoretiker_innen wurde immer wieder auf das Versagen der parlamentarischen Demokratie im Allgemeinen und den Politik-Bürokrat_innen im Besonderen verwiesen. Die Veranstaltungsreihe Risikozone Jugend – Neue Lust am Strafen setzt sich mit einem ähnlichen Thema auseinander.

Die Lust, widerständiges nichtkonformes Handeln abzustrafen ist nichts Neues. Jugendliche sind in anderer Art und Weise von Repression betroffen. Ihr rebellisches Potential erscheint bedrohlich und soll im Sinne der herrschenden Normen zugerichtet werden. Je früher, desto besser. Je härter, desto wirksamer. Neu an der „Straflust“ ist die Betrachtung des Menschen als potenzielles Sicherheitsrisiko und der Trend, die Repression vor die Tat zu verlagern.

Um die jeweiligen vorherrschenden Interessen gegenüber den neu definierten Risikogruppen zu sichern, werden sie neuen Techniken sozialer Kontrolle unterworfen.

Diese Veranstaltungsreihe richtet sich gegen die Formen der präventiven Repression in der „Risikozone Jugend“.

Hervorzuheben ist die Veranstaltung Banlieues: permanente Revolte – Repression und die Organisierung von Aktivistinnen in den französischen Vorstädten zu der Aktivist_innen aus den Pariser Banlieues anwesend sind und über den Alltag, die Repression und der Gegenwehr sowie die Organisierung von Frauen in den französischen Banlieues erzählen werden. Die Besonderheit an dieser Veranstaltugn ist, daß an diesem Abend ausschließlich weibliche Aktivist_innen üebr ihre Erfahrung berichten werden. Hierbei werden sie wahrscheinlich auch einiges Widerwärtiges über sexualisierte Gewalt durch Sicherheitsorgane berichten können.

Dieser Aspekt der Repression wird oft vergessen. Mit der zunehmenden sozialen und ökonomischen Kontrolle in den (Innen-) Städten verschärft sich der Druck auf marginalisierte Gruppen massiv. Frauen und Mädchen sowie LGBT Menschen werden so zum bevorzugten Opfer der staatlichen Kontrollfetischist_innen. Während im Iran Vergewaltigung und sexuelle Gewalt Teil der Repressionsmethoden der Sicherheitsorgane ist, zum einen um die Aktivist_innen psychisch zu traumatisieren und sie in ihrem sozialen Leben zu isolieren, gehen westliche Behörden subtiler in ihrem Bedürfnis nach Bestrafung von Nonkonformist_innen und unangepaßte Aktivist_innen vor. Für die marginalsierten Gruppen ist die Selbstermächtigung und Autonomie umso wichtiger.

Also, die Doku anschauen und hin zu den Veranstaltungen. Es lohnt sich!