Besucherbetreuung bleibt halb!

Deutsches Technikmuseum Es gibt wieder Neuigkeiten von der Besucherbetreuung im Deutschen Technikmuseum Berlin (DTMB). Zunächst einmal existiert seit ein paar Tagen ein Blog der Besucherbetreuer_Innen. Außerdem dürfen, laut dem ersten Beitrag, diejenigen, die gegen ihre Entlassung geklagt hatten, in den nächsten Tagen ihre fristlosen Verträge unterschreiben. Es steht also zunächst 2:0 für die Besucherbetreuer_Innen.

Der Sieg mag zwar zunächst verlockend sein, doch bleiben immer noch einige Unsicherheiten, die das Betriebsklima höchstwahrscheinlich immer noch belasten. Zwar hatte ver.di in ihrer Presserklärung schon geunkt, dass nach über sieben Monaten wieder Ruhe in das Technikmuseum Berlin einkehrt. Die Siegesparade wurde jedoch zu früh angesetzt. Es stimmt nämlich keineswegs, dass alle Kolleginnen und Kollegen, die Anspruch auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag haben, diesen in den nächsten Tagen erhalten. Weiter unklar ist, was mit den Entlassenen passiert, die nicht geklagt haben. Auch der Umgang mit diejenigen, die mit einer Vertragsverlängerung automatisch einen unbefristeten Vertrag bekommen müßten, ist unsicher. Des Weiteren ist ungeklärt, was mit den Besucherbetreuer_Innen passiert, die nicht geklagt hatten und schon vor Monaten entlassen wurden. Und, bis heute gibt es keine Erklärung von der Museumsleitung, wie es mit der Besucherbetreuung im DTMB konzeptionell weiter gehen soll.

Unklar ist ebenfalls, wie der Betriebsrat weiter vorgehen wird. Denn das Betriebsklima scheint immer noch vergiftet. Immer noch sind die Schichten unterbesetzt. Die fehlenden Planstellen werden immer noch mit Leiharbeitern von Securitas besetzt. Durch die Anerkennung einiger Vertragsansprüche von Besucherbetreuer_Innen und die fortgesetzte Unsicherheit der anderen Beschäftigten ist erstmals ein Riß zwischen den Betroffenen entstanden. Nun gibt es Gewinner, die von den prekarisierten Unsicheren abgetrennt wurden. Der Betriebsrat sollte darauf achten, dass letztere nicht zu Verlierern werden, denn er sollte auch ihre Interessen weiterhin vertreten, so dass auch diese Besucherbetreuer_Innen sich bald zu den Gewinnern zählen können.

Es gilt also weiter dran bleiben. Der Blog erscheint mir hierbei ein gute Möglichkeit gehört zu werden. Außerdem kann er ein Anfang sein für die Vernetzung weiterer Besucherbetreuer_Innen in Berlin, um auf die prekäre Situation auch in den anderen Museen aufmerksam zu machen.


1 Antwort auf „Besucherbetreuung bleibt halb!“


  1. 1 Thomas 12. Juli 2008 um 15:37 Uhr

    In der Tat sollte man da am Ball bleiben.

    Kennen wir die Betreiber des Besucherbetreuungs-Blogs?

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