Friede, Freude, Eierkuchen – Die Besucherbetreuung feiert ihren Protest und hat trotzdem verloren!

Der ver.di-Sekretär Jürgen Stahl lobt gegenüber der jungen Welt den Protest im Technikmuseum Berlin (DTMB) und feiert den vermeintlichen Erfolg. Das war schon vor fast einem Monat. Aber trotzdem sind noch immer, laut dem Blog der Besucherbetreuung im DTMB, ehemalige Beschäftigte der T&M GmbH in gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Museumsdirektorium um Dirk Böndel verwickelt. Die Zukunft der 50 Besucherbetreuer_Innen, die im November und März entlassen wurden und die nicht geklagt haben, ist ebenfalls ungeklärt. Der Betriebsrat schweigt zu all dem ganz verwegen!

Dieses Verhalten der Interessenvertretung aller Beschäftigten der T&M GmbH, jedes einzelnen Besucherbetreuers, die den Betriebsrat im letzten Jahr gewählt haben, ist ein für mich eine grobe Pflichtverletzung. Es läßt sich nur spekulieren, warum die Herren und Damen Neumächtige am existenziellem Verhandlungstisch sowohl zu Erfolgen, aber auch zu Mißerfolgen stur schweigen.

Jürgen Stahl lobte im jW-Interview explizit die Öffentlichkeitsarbeit und den politischen Druck, ohne den der Erfolg nicht möglich gewesen wäre. Zwar konnten die ersten fristlosen Verträge unterschrieben werden, aber die Zukunft der 50 im November und März entlassenen Besucherbetreuer_Innen bleibt weiter ungeklärt. Des Weiteren weigert sich Bödel die Berufung gegen die Klagenden, die erstinstanzlich schon Ende März gewonnen hatten, zurückzuziehen.

Damals schwomm der Betriebsrat auf einer Welle der Symphatie, feierte mit den juristischen Arbeitskämpfern und spukte in jede publizistische Feder große Töne. Die Sieger wurden durch die Berufung jedoch schnell zu Verlierern. Die Unterstützung durch den Betriebsrat verloren sie ebenfalls! Diejenigen, die im März für die so erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit gesorgt hatten, wurden fallengelassen.

Aber was steckt hinter diesem unkollegialem Verhalten? Auf der einen Seite ist der Betriebsrat, nun auch gerichtlich als legitim und die Wahl als gültig bestätigt, von Entlassungen nicht betroffen. Solange jemand Betriebsrat ist, kann er nicht vor die Tür gesetzt werden. Die Existenz dieser Mitarbeiter ist gesichert. Nur ist dies nicht der Museumsleitung zu verdanken, denn die wehrte sich vehement und mit allen Mitteln gegen die Legitimität des Betriebsrates.

Die Existens der schon über ein halbes Jahr ohne Einkommen immer noch tapfer kämpfenden ehemaligen Besucherbetreuer_Innen jedoch bleibt gefährdet. Sie kämpfen trotz existenzieller Gefahr auch für die anderen Beschäftigten. Eigentlich wäre es die Aufgabe des Betriebsrates diese zu unterstützen, eben wie die Museumsleitung auch mit allen Mitteln. Dazu gehört auch die Pressearbeit! Doch dies passiert nicht! Die Kämpfenden, für sie und die anderen Beschäftigten bleiben allein.

Wodurch wird der Betriebsrat durch die Geschäftsleitung stumm gehalten? Womöglich schweigen die Betriebsräte, weil sie durch Zuwendungen, ähnlich wie bei VW bei Laune gehalten werden. Womöglich haben sie sich unvorsichtigerweise als stumm gebunden, also etwas unterschrieben, dass sie zum Schweigen bringt. Womöglich haben sie sich verpflichtet nur einige Interessen zu vertreten und zwar die des Betriebsrates, was aber scheinbar konträr den Interessen der Belegschaft gegenüber zu stehen scheint. Oder, sie haben einfach nicht kapiert, das es die Öffentlichkeitsarbeit war, die einzig und allein für den Erfolg verantwortlich ist.

Solch eine Waffe gibt mensch nicht aus den Händen. Damit gibt es für zukünftige betriebliche Auseinandersetzungen kein Druckmittel mehr! Aber Friede, Freude, Eierkuchen ist natürlich harmonischer und entspannter! Nur das über 50 Besucherbetreuer_Innen so ungeschützt leiden müssen. Und der Betriebsrat frühstückt weiter nett mit Böndel und Co. Bravo!!!