Protest gegen 1.000 Kreuze Aufmarsch christlicher Fundamentalisten

Am 20. September wollen in Berlin und München christliche Fundamentalisten der Intiative Aktion Lebensrecht für alle (ALfa) zwischen 12 und 15 Uhr vom Alexanderplatz zur St. Hedwigs Kathedrale und wieder zurück marschieren um auf die hunderttausendfache Tötung vorgeburtlicher Menschen in unserem Land zu erinnern. Dagegen wird es ab 11:30 Uhr eine Kundgebung am der Ecke Spandauer / Karl-Liebknecht-Straße geben. Heute wird zur Einstimmung der Film Abortion Democracy im K9 in der Kinzigstraße gezeigt

Die Dokumentation beschreibt konstrastierend die Auswirkungen des Wandels der Abtreibungspolitik in Polen und Südafrika auf das Leben der betroffenen Frauen. In Polen wurden in den 90iger Jahren Abtreibungen aufgrund des wachsenden Einflußes der katholischen Kirche auf die Landespolitik verboten. Südafrika dagegen legalisierte sie im Zuge der Reformen des Gesundheitssystems nach dem Zusammenbruch der Apartheid Politik.


Weitere Bilder aus dem Film gibts hier.

Der Film beschäftigt sich mit der Lebenssituation der Frauen die zunehmend in Isolation gedrängt werden und deren Perspektive durch die ideologisch-konfessionelle Dominanz der Auseinandersetzung verschwinden. In der polnischen Gesellschaft und seinen Medien verstummten die Stimmen der betroffenen Frauen. Südafrika reagierte anders und lud Aktivisten sowie Betroffene zu öffentlichen Anhörungen ins Parlament ein.

Im Film wird zu Gunsten einer sicheren Abtreibungspraxis und für liberale Abtreibungsgesetze argumentiert. Die einzelnen Szenen illustrieren den paradoxen Einfluß den die gesetzliche Situation auf die Erreichbarkeit von Abtreibungsstrukturen hat. In Polen, zum Beispiel, sind illegale Abtreibungen großflächig möglich und sicher. In Südafrika ist die Verfügbarkeit relevanter Information zur Abtreibungsinfrastruktur, trotz einer liberalen Gesetzgebung, um ein Vielfaches schwerer. Es zeigt sich, daß allein die fundamentale Reflexion über soziale und kulturelle Einstellungen zu Abtreibung, Schwangerschaftsverhütung, und Sexualität die Situation der betroffenen Frauen ändern kann.

Die Dokumentation wählt konsequent einen subjektiven Blick. In Interviews und persönlichen Geschichten kommen Aktivisten, Forscher, Gesundheitspersonal, Patienten und andere betroffene Männer und Frauen zu Wort, die jeden Tag mit der Problematik konfrontiert werden.

Die christlichen Fundamentalisten der evangelischen und katholischen Kirche negieren jegliche soziale Relevanz des Umgangs mit ungeborenem Leben. Aus ihrer Perspektive sind Abtreibungsaktivisten Lebensgegner. Sie dagegen generieren sich als als Lebensschützer, die jedoch die Zukunft der Beschützten auf Kosten ihrer Eltern und ihrer sozialen Situation ignorieren. An dieser Stelle gibt es durchaus Überschneidungen mit Nazis, weshalb sich zumindest in München die ansässigen Freien Nationalisten am Aufmarsch beteiligen wollen. Der Protest sollte sich auf jeden Fall verbreitern. Diese religiösen Eiferer sollten sehen, daß ihr Schwachsinn unerwünscht ist. Deshalb…

17. September, K9 – Kinzigstr. (U5 Samariterstr.)
19 Uhr – Film Abortion Democracy

und

20. September, Spandauer / Karl-Liebknecht-Straße
11:30 Uhr – Kundgebung


1 Antwort auf „Protest gegen 1.000 Kreuze Aufmarsch christlicher Fundamentalisten“


  1. 1 die hardliner des herrn « im*moment*vorbei Pingback am 17. September 2008 um 13:28 Uhr
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