Babylon will leben! Babylon wehrt sich!

Am Anfang der Woche ging der im November letzten Jahres gegründete Betriebsrat des Filmtheater Babylon mit einer Erklärung zu den unerträglichen Arbeitsbedingungen an die Öffentlichkeit. Seit ein paar Tagen gibt es nun auch einen Blog der Belegschaft. Außerdem erklärten sich neben aka auch Mitarbeiter_innen der Besucherbetreuung des Deutschen Technikmuseums Berlin (DTMB) solidarisch mit den Beschäftigten des Babylon.

Der Betriebsrat im DTMB hat sich noch nicht geäußert. Obwohl die Erinnerungen sehr vieler Besucherbetreuer_innen an die Ignoranz und den cholerischen Zynismus von Teilen der Geschäftsleitung der T&M GmbH im DTMB noch sehr frisch ist, schafft es ihre Vertretung scheinbar nicht sich öffentlich offensiv und unmißverständlich auf die Seite der Prekären im Filmtheater Babylon zu stellen. Eigentlich sollte der Betriebsrat im Technikmuseum sehr genau wissen, wie wichtig Solidarität und die lautstarke Unterstützung von Außen sein kann.

Ihre Mitarbeiter_innen scheinen hierbei weniger Berührungsängste mit ihren Leidgenoss_innen im Geiste zu haben. Denn offenbar dürfen sie sich beide öffentlich-rechtliche Kulturprekäre oder auch entrechte, staatlich unterstützte Bürokratieabhängige nennen, die in einem Königreich jenseits des Arbeitsrechts schuften.

In Sachen Babylon scheint sich aber allmählich etwas zu tun. Nachdem das Neue Deutschland wieder über die das Babylonische Prekariat berichtete und sich ältere Mitarbeiter_innen zu den Vorgängen äußerten, soll es Bewegung geben. Es ist allerdings auch nicht verwunderlich, daß die Geschäftsleitung den Super-Gau kurz vor der Berlinale verhindern will. Wie sähe das schließlich aus, wenn mitten im prestigeträchtigen Kommerzfestival die Projektoren stillstehen würden!