Alle Projektoren stehen still, wenn Grossman den Tarifvertrag nicht will

Nach einigen Monaten relativer Ruhe im Filmtheater Babylon ging die Betriebsgruppe der FAU Berlin im Babylon in die Offensive. Wie prekba, der Blog der Beschäftigten meldet, ist heute bei der sich gerne als gemeinnütziger Verein ausgebenden Neuen Babylon Berlin GmbH der Tarifvertrag der FAU eingegangen.

Damit müssen sich Grossman und Hackel nun ernsthaft mit den Forderungen der Beschäftigten auseinandersetzen und können nicht mehr unbegründete Kündigungen aussprechen, Gewerkschafter_innen rausschmeißen und solidarische Medienaktivist_innen und andere Unterstützer_innen juristisch behelligen. Die gewerkschaftliche Betriebsgruppe ist verhandlungsbereit, wird aber, so vermute ich, bei der zu erwartenden ignoranten und arroganten Mißachtung der Geschäftsleitung auch andere Wege zur Durchsetzung ihrer Forderungen zu nutzen wissen.

Der Betriebsrat des Deutschen Technimuseums Berlin (DTMB) ist hiervon weit entfernt. Zwar hat sich Anfang Februar eine ver.di Betriebsgruppe mit unbestimmtem Ziel gegründet, jedoch ist von geeigneten Aktivitäten, welche die Arbeitsbedingungen im Museum verbessern könnten, und anderem Engagement nichts bekannt. Die Besucherbetreuer_innen lassen sich also immer noch verarschen.

Der schon seit Monaten verstummte und seit seiner Konstituierung inaktive, ich würde fast sagen als Kommunikationsorgan der Geschäftsführung an unterster Stelle in die Betriebshierarchie der T&M GmbH integrierte Betriebsrat, hat ebenfalls nichts nennenswertes zu Stande gebracht. Neben seinen wöchentlichen Kaffeekränzchen und unbesuchten, weil nicht vermittelten und im Grunde unsinnigen, weil stummen Sprechzeiten gibt es nix, was der Betriebsrat tut.

Mal sehen, ob er in diesem Quartal wieder die anstehende Betriebsversammlung verschüsselt. Vielleicht wird er sich aber doch mal zusammenreißen, endlich die schon seit langem versprochenen 7,80 Euro Stundenlohn durchzusetzen und sich endgültig auf die Seite der Beschäftigten stellen. Wie schön doch Träume sind und wie zynisch schnell sie durch charakterlose Betriebsratsmonster in einen Alb verwandelt werden können. ;-)

Der babylonische Betriebsrat und die Betriebsgruppe sind da schon aus ganz anderem Holz geschnitzt. Mit der heutigen Offensive bestätigen sie wiedereinmal, wie eine kämpferische Beschäftigtenvertretung auch agieren kann. Da knickt niemand ein. Die haben genaue Vorstellungen, was sie wollen. Die Besucherbetreuer_innen hatten dies auch einmal. Allerdings wurden die Forderungen der ersten Stunde schon vor der ersten Kundgebung, die vom Betriebsrat weder gewollt noch maßgeblich unterstützt wurde, ganz schnell vergessen.

Der FAU wird dies, denke ich, nicht passieren. Ich habe großen Respekt vor dem Mut und der Vehemenz mit der die Beschäftigten im Babylon und ihre Vertreter für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Jetzt heiß es nur noch erfolgreich zu sein. Hartnäckig sind sie auf jeden Fall.

Für bessere Arbeitsbedingungen überall!