Jeton – Kein Geldäquivalent, sondern ein Nazitreff

Das Jeton – die bekannte Berliner Großraumdisko, ein beliebter Treffpunkt von Nazis, Hooligans, rechtsoffenen Ultràs und anderen Rechtsextremen, wurde offenbar gestern Nacht von einer 200 Antifas angegriffen. Laut Polizei gingen mehrere Fenster und die Leuchtreklame zu Bruch. Ein vorbeifahrender Streifenwagen und die eintreffende Bereitschaftseinheit wurden ebenfalls attackiert.

Außerdem haben die Jugendlichen und junge ProletarerInnen, ganz benebelt von ihrem Klassenbewußtsein, ohne jedes differenzierte Gespür für ebenjenes, einen Bioladen zertrümmert, weil er Waren, die für viele Erwerbslose und ProletarerInnen nicht erschwinglich sind. Ganz verwoben im militaristisch imperialistischen Sprachgewirr gab es auch als Kollateralschaden verharmlosten Angriff zu Ungunsten eines Arbeiters für den nun gesammelt werden soll.

Es kann ja schließlich nicht sein, dass ProletarierInnen und Erwerbslose bei solchen Aktionen Schäden entstehen, auf denen sie sitzen bleiben.

Nicht nur, daß hier offensichtlich völlig unkritisch und undifferenziert mit veralteten Begriffen um sich geschmißen wird, vermeintliche Anwohner_innen- und Klassensymphatien konstruiert werden und Klassensolidarität eingefordert wird, welche die eigene Verantwortung negiert und aus dem politischen Subjekt ein historisches Objekt macht.


Weitere Bilder beim Medienkollektiv Berlin

Die Selbstverständlichkeit mit der Angriffe auf ökologische und faire, das heißt eben auch beschäftigtenfreundliche Strukturen, gerechtfertigt werden ist widerlich. Die ansonsten legitime Attacke auf einen Luxuswagen, der nur dadurch zum Kollateralschaden wird, weil ein Arbeiter betroffen ist, ist in seiner Scheinheiligkeit ebenfalls kaum zu überbieten. Ein Arbeiter kann offenbar qua Definitionem kein Teil des gentrifizierendem (faschistischen) Systems sein.

Das Statussymbol Luxuskarre von Arbeiter_innen dürfen aus einem proletarischen Klassenbewußtsein heraus nicht zerstört werden. Alternative ökonomische Entwürfe, die sich ökologische und faire Experimente, jenseits von herrschaftszentrierter und kommerzieller Verwertung wagen, so problematisch sie sein mögen, dürfen und scheinbar müssen zerstört werden. Was für ein Scheiß!

Ansonsten hab ich kein Problem damit, daß es das Jeton erwischt hat! Die Erklärung dazu ist allerdings selten dämlich und zeugt von autistisch dogmatischer, undifferenzierter Weltbetrachtung!