Die Nationalbolschewistische Querfront stoppen!

Verschwoerer, Antisemiten, Homophobiker, Sexisten stoppen

In Frankfurt scheint sich unter dem Banner des monarchistischen Aufklärers Voltaire ein widerliches Gebräu aus fundamentalistischen Konspirationsgläubigen, nationalistischen Antiimperialist_innen, antisemitischen Antizionist_innen und sexistischen sowie homophoben HipHoppern zu versammeln. Sie geben vor über Medien zwischen Realität und Scheinwelt diskutieren zu wollen und bemerken gar nicht, daß sie sich selbst in selbiger bewegen und nahtlos an die Verschwörungstheoretiker um Alex Jones von infowar / infokrieg anknüpfen.

Die Verschwörungstheoretiker, die hinter jedem mehr oder weniger wichtigem historischen Furz eine Konspiration der USA / Israels sehen, sind ähnlich fundamentalistisch, wie ihre Glaubensbrüder in den Weltreligionen. Statt eines Gottes brauchen diese allerdings eine präexistente Verschwörung, um ihre politischen und sozialen Ansichten zu ordnen.

Diese Informationsautisten sehen in allem einen inside job. Pearl Harbor, Kennedy, 9/11 usw – alles eine Intrige des CIA, Mossad, MI6, der US- sowie der israelischen Regierung und Militärführung, gemeinsam oder alleine gegen den Rest der Welt und seine hübsche staatliche Ordnung.

Die HipHopper von Bandbreite um den Kriegsfetischisten Wojna – vom russischen Война – der gar nicht radikallinks als Direktkandidat zur Bundestagswahl in Duisburg antrat, stimmen in den höchst rentablen Chor der Verschwörungsindustriellen mit ihrem eingedeutschen Bekenntnis selbst gemacht zum inside job Diskurs ein.

Jede Kritik an dem Schwachsinn ist selbstverständlich faschistisch und antideutsch. Auch hier formiert sich ein mehr stalinistischer als emanzipatorischer vermeintlich linker Pöbel, der ansonsten gerne mit Islamisten gegen Israel marschiert. Bei Barth-Engelbart werden die Kritiker_innen um den zurückgetretenen Club Voltaire Chef Waibel zu faschistischen SA Schlägern. Der Bundesverband Arbeiterfotografie geht dabei noch ein Schritt weiter und möchte, Voltaire zitierend, die hinterhältigen Diffamierer und Niederträchtigen am liebsten aus einem chauvinistischen Reflex zermalmen.

Wo es um den Kampf gegen Antideutsche geht ist Elsässer nicht weit. Die, die er einmal theoretisch und publizistisch nicht minder zynisch unterstützt hat, wertet er schlicht ebenfalls zur nationalsozialistischen Schlägertruppe um und fordert Stoppt die „linke“ SA.

Elsässer, Barth-Engelbart und der Arbeiterfotografie geht es nicht in erster Linie um den intellektuellen Abschied in fundamentalistische Glaubensgrundsätze der Verschörungstheoretikern, zu denen sich allerdings die Band Bandbreite offen bekennt, sondern darum eine nationalistisch antiimperialistische Querfront zu etablieren. Dabei nutzen sie, mal mehr mal weniger geschickt, erprobte ideologische Theorien um eine machtpolitische Avantgarde zu konstruieren. Und wieder einmal heißt es: Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen.

Was Elsässer in Deutschland zunehmend penetrant versucht umzusetzen, hat Alexander Dugin im postsowjetischen Russland längst geschafft. Seine nationalbolschewistischen und neoeurasischen Theorien bestimmen seit den 90iger Jahren den dissidenten und auch den staatlichen Diskurs. Hierbei vermischen sich orthodox imperiale Vorstellungen von Moskau als dem Dritten Rom, bolschewistische Alleinvertretungsansprüche nach Innen und kulturpolitische Interventionen in die Gegenkultur, aber auch die etablierten Medien.

Der Brei aus nationalistischem Chauvinismus, einem konstruiertem Opferkult in dessen Zentrum ethnopluralistisch die Völker der Welt gegen die Mulikultination USA stehen und die sexualisierten Dominanzphantasien schlechter HipHopper ist nicht nur widerlich braun, sondern unerträglich. Emanzipative Ansätze, eine quasisakrale Erlösung durch eine vermeintlich sozialistische oder kommunistische Welt werden lediglich durch bolschewistische staatsbürokratische Vorstellungen ersetzt. Zum Kotzen, der Dreck!


3 Antworten auf „Die Nationalbolschewistische Querfront stoppen!“


  1. 1 Harald 11. Oktober 2009 um 19:18 Uhr

    „Emanzipative Ansätze, eine quasisakrale Erlösung durch eine vermeintlich sozialistische oder kommunistische Welt werden lediglich durch bolschewistische staatsbürokratische Vorstellungen ersetzt.“

    mein Gott, was für eine gequirlte Scheiße. verstehst du selbst was du da schreibst?

  2. 2 Machnow 11. Oktober 2009 um 22:43 Uhr

    @harald: jup!!! :lol:

  1. 1 Die volle Bandbreite: Antiamerikanismus, Antisemitismus, Homophobie und die Relativierung des Nationalsozialismus « meta . ©® . com Pingback am 09. Oktober 2009 um 2:41 Uhr
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