Ein Wunderspürhund unterwegs in Göttingen

Wie die monsters of göttingen sowie fire & flames berichten, gab es gestern Abend Duchsuchungen in der Roten Straße. Ein Spürhund der Polizei soll fünf Tage nach einem Brandanschlag auf die Göttinger Ausländerbehörde eine heiße Spur erschnüffelt haben. Noch während die Durchsuchungen liefen gab es laut redical m spontane Aktionen in der Nähe der durchsuchten Objekte und in Hannover.

Wie das Göttinger Tageblatt berichtet, war die feuchte polizeiliche Spürnase offenbar noch besser und hat seinen Kollegen gleich die Namen zur erschnüffelten Spur verraten, so daß unverzüglich personalisierte Durchsuchungsanordnungen angefertigt werden und richterlich abgesegnet werden konnten.

Das muß ein Wahnsinnshund sein, der eine Spur nach einigen Tagen, heftigem Schneefall und Kälte erschnuppern kann. Außerdem kommt hinzu, daß er offenbar gleich die Namen zur Spur veraten hat. Oder existieren Geruchsproben von den Bewohner_innen der Roten Straße? Wenn nicht, hätte ich solch einen Hund auch gern.

Die gegenstandpunkt-Sekte wird sich jetzt ganz bestimmt auch über die Kritik an diesen Durchsuchungen stören, schließlich handelte der Staatsanwalt ganz rechtsstaatlich und völlig korrekt.

Es gab einen Anschlag auf eine Ausländerbehörde. Das ist eigentlich der erste Schritt zur Revolution, so könnte ein Lektor denken. Deshalb ist der Brandanschlag gut. Ein Hund ist auch gut. Der spurt wenigstens und gibt keine Wiederworte. Nur hat dieser Hund die Genossen verraten. Das ist schlecht. Die berufen sich jetzt auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Das ist gar nicht gut. Das ist reaktionär. So etwas kann der Lektor gar nicht leiden.

Sie hätten doch zum Anschlag stehen können. Das war eine gute Tat. Aber eigentlich beinhaltet die gute Tat auch das Schlechte, denkt sich dialektisch der Lektor und reibt sich seine herrschafts- und wahrheitsgeilen Hände . . . Also doch lieber dem Staatsanwalt beiseite springen!

So spräche der Lektor. Der subversor würde dem eloquent gesprochenen, dialektischen Dozenten, der gerne andere verbessert, frenetisch applaudieren. An seiner Seite kommen dem Kommunismus die Tränen. Etwas weiter abseits steht wendy und denkt noch darüber nach, ob sie wirklich applaudieren soll oder doch besser gegen alles pöbelt . . .

Was bleibt ist, daß aufgrund eines wundersamen Hundes Durchsuchungen angeordnet wurden, die offensichtlich keinen anderen Hintergrund haben, als die radikallinke Szene in Göttingen einzuschüchtern und ihre Strukturen dokumentieren zu können. Die Betroffenen werden schnell spüren, was es heißt der Feind zu sein. Rechte existieren für ihn_sie nicht mehr. Die bekommen nur konformistische, stille Bürger_innen.