Beiträge von Machnow

Veranstaltungsreihe zu Jugend, Revolte und sozialer Kontrolle

Vor ein paar Tagen lief bei arte die ganz besonders interessante Doku Für eine andere Welt über die Jugendunruhen und -aufstände, die insbesondere die europäischen Großstädte betraf. In einzelnen Interviews mit beteiligten Aktivist_innen und (marxistischen) Theoretiker_innen wurde immer wieder auf das Versagen der parlamentarischen Demokratie im Allgemeinen und den Politik-Bürokrat_innen im Besonderen verwiesen. Die Veranstaltungsreihe Risikozone Jugend – Neue Lust am Strafen setzt sich mit einem ähnlichen Thema auseinander. (mehr…)

„Tatort Buchladen“ – Kriminalisierung von Info- und Buchläden

Solidarität mit durchsuchten Buchläden In Berlin wurden in den letzten Monaten immer wieder emanzipatorische Info- und Buchläden durch die Sicherheitsbehörden durchsucht. Zumeist ging es dabei um irgendeine Ausgabe der Interim oder anderer freier Veröffentlichungen. Betroffen sind regelmäßig der Infoladen M99, die beiden Buchläden Schwarze Risse in Kreuzberg und Berlins schickem Prenzlauer Berg, der OH21 in der Oranienstraße und der Antifa Infoladen Red Stuff. Wir hatten selbst mehrfach über die absurden Vorwürfe und die Kriminalisierung aktiver, emanzipatorischer Strukturen berichtet. (mehr…)

. . . un ir shteyt un kukt azoy zikh mit farleygte hent

Deutschland feiert heute den Tag der Maueröffnung. Erinnerung an den Antisemitismus mitten in den Städten wird es nur marginal geben. Die Pogrome sind längst vergessen. Der nationale (Einheits-) Taumel duldet Deutsche nicht als Täter_innen. Der 9. November verknüpft aber sowohl die deutsche Vernichtungspolitik als auch die imaginierte nationale Passion. Es ist Zeit, daß Deutschland nix mehr zu feiern hat!

Ultràs, Nazis, antibürgerliche Mentalität und emanzipatorische Ansätze

Hier ist nun der zweite Teil des Gesprächs mit Mr. Altravita, der das Buch Tifare contro von Giovanni Francesio zur Geschichte der italienischen Ultras übersetzt hat. (mehr…)

Das Inferno Cottbus lebt – Unbedrängt von den Fans und vom Verein

Im Jahr 2002 wurde von Cottbusser Vereinsseite der rechtsoffenen (Ultrà) Gruppe Inferno Cottbus ein Betätigungsverbot im eigenen Stadion auferlegt. Außerdem erwägte der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) ein ebensolches auch in den im Verband organisierten Vereinen und ihren Stadien. Hintergrund des in Fankreisen immer wieder als Verbot bezeichneten eingeschränkten Betätigungsverbots in zahlreichen Stadien war, so ist zumindest die Legende der Infernoist_innen, der Einsatz von Pyrotechnik durch einzelne Cottbusser_innen beim Ostderby gegen Hertha BSC. Der Sicherheitschef von Energie hatte eine Blockfahne mit brennendem Berlin verboten. Aufgrund des Frustes soll es dann im Heimblock zu Ausschreitungen gekommen sein. (mehr…)

„FC Union! Uns‘re Liebe! Uns‘re Mannschaft! Unser Verein! Union Berlin!“

Am gestrigen 2. November huldigte der Deutschlandfunk mit einem interessanten, aber zum Teil auch problematischen Feature (mp3) von Jörn Klare dem FC Union Berlin, seinen Fans und der Eisernen Untergrundlegende. Neben dem Unioner Urgestein Rudi Terraske, der über den ganz besonderen Geist von Union reflektiert, kommen neben den am kommerziellen Erfolg der Marke Union Berlin arbeitendem Präsidenten Dirk Zingler und einem Vertreter des Sportdirektvermarkters UFA Sports auch der Chronisten Gerald Karpa und Alexander Cierpka, der Mitbegründer der Kampagne Schöner Eisern ohne Nazis (S.E.o.N.), zu Wort. (mehr…)

Die Konstruktion des Anderen und die Angst vor dem Fremden

In Wagners Meistersingern inszeniert der deutscheste aller Komponist_innen einen bürgerlichen Sänger_innen-Wettstreit nach strengen Regeln, in welchem dem modernen Minnesänger und reinblütig adligen, volksdeutschen Ritter Walther von Stolzing der diletantische Sixtus Beckmesser gegenüber gestellt wird. In letzterem fließt all das zusammen, was der deutsche Volkskörper nach Wagner aussondern muß. Ganz im völkischen Geist der national mythischen Gesamtkunstwerk Ideologie wird dem deutschen Adligen mit Verbindung zum quasinatürlichem Grundungsmythos der Deutschen das Andere, nämlich das vermeintlich Jüdische in der Musik, in einem Formalisten und lediglich technischem Kopierer entgegengesetzt. Die Aufgabe, die einmal – zumindest kulturalistisch – dem Judentum zugewiesen wurde, hat heute der Islam übernommen. (mehr…)

Demos, Chöre und Choreographien

Das folgende Gespräch mit Mr. Altravita, der das Buch Tifare contro von Giovanni Francesio zur Geschichte der italienischen Ultras übersetzt hat, setzt sich vor allem mit der Ultràbewegung auseinander. Es beschäftigt sich neben der Geschichte auch mit der sogenannten Mentalität der Ultras. (mehr…)

Tifare contro – Die Geschichte der italienischen Ultràs

Seit Jahren schreibt Mr. Altravita über sein Leben in Italien. Neben Musik und Kultur geht es vor allem um Fußball. Spätestens seit dem Tod des Polizisten Filippo Raciti, der bei Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Fans beim sizilianischen Derby in Catania starb, und dem Lacio Fan Gabriele Sandri, der von einem Polizisten erschossen wurde, beschäftigt sich Mr. Altravita differenziert und immer intensiver mit der Gechichte der italienischen Ultràs und aktuellen Entwicklungen in den Stadien. (mehr…)

Wladimir Kaminer – ein russischer Nationalist in Berlin

Den Vorzeigerussen Wladimir Kaminer mag jeder Deutsche. Er ist witzig. Hat nix gegen Homophobie. Erzählt verrückte Sachen. Hinzu kommt, daß er so einen witzigen Akzent hat. Und wer noch ein besonderes I-Tüpfelchen braucht, der kramt seine jüdischen Wurzeln heraus. Was aber sehr viele vergessen, ist, daß Kaminer seit Jahren immer wieder abstoßende Symphatien zu russischen Nationalbolschewist_innen zeigt und neuerdings auch antisemitisch nationalistische Propaganda in der Russendisko duldet. (mehr…)