Archiv der Kategorie 'Antisemitismus'

Judith Butler – Kämpferische Imperative, Abgrenzungen, Bündnisse und Netzwerke

Als Teil einer offenbar globalen, antiisraelischen, vor allem aber kritischen neuen jüdischen Linken, die das weltweit lebende jüdische Volk – ganz antinational und antiimperialistisch – in seiner Demografie verstehen und die komplexe Geschichte analysieren möchte, argumentiert Judith Butler in einem aktuellen Interview mit der Jungle World mit paradoxen und sich zum Teil widersprechenden Worthülsen. Da fließt so einiges Widerliches im Kampf gegen Rassismus, Kulturalismus und vor allem in dem gegen Diskriminierung und Gewalt zusammen. Da bleibt oft nur ein Kopfschütteln. (mehr…)

Islamophobie auf den Linken Buchtagen

In Hannover wird eine jüdische Tanzgruppe der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover, die sich bezeichnenderweise Chaverim (Freunde) nennt, mit Steinen attackiert und antisemitisch beschimpft. Im Friedrichshain werden am vergangenen Wochenende junge Israelis Opfer eines antisemitischen Angriffs in einer Disko und durch deren Sicherheitspersonal. In Kreuzberg dagegen gedeihen andere Exklusionsdiskurse. Weitestgehend ungestört und unwidersprochen wird bei einer Veranstaltung im Rahmen der Linken Buchtage von Thomas Maul und einem Besucher Haß auf Muslime ausformuliert. Mit Islamophobie soll dies aber nix zu tun haben. Mit emanzipatorischen Diskursen aber ebenso wenig! (mehr…)

Fußball mal anders – Wahnsinns Filme und Veranstaltungen im Abseits

In wenigen Tagen geht es los. Nationalfahnen wehen schon. Nach Ballacks Ausscheiden nach einem Foul von Boateng, dem eine Ohrfeige des arischen Recken voranging, probte der deutsche Pöbel erste xenophobe und rassistische (Verbal-) Exzesse sowie vermeintliche Passionsmythen. Aber es gibt ein antinationales Ersatzprogramm während des FIFA World Cups. Im tristeza gibt es Infoveranstaltungen zu verschiedenen Themen wie Homophobie und Rassismus im Fußball, Repression gegen Fans usw. Außerdem werden Filme gezeigt. Veranstalter_innen ist Roter Stern Berlin und die Kampagne love sport – hate neonazism. In der Lunte zeigt die Brigata Amaranto 25 Aprile ebenfalls immer Dienstags Filme zum Thema Sexismus, Ultràs und Nazis im Fußball. (mehr…)

Men roybt undz dos lebn un rekht

Niemals wieder! (mehr…)

Scheiß‘ auf nationale Mythen!

Gegen Antisemit_innen und Rassist_innen!

Die Universität Greifswald hat kein Problem mit ihrem Namensgeber Ernst Moritz Arndt, der sich durchgehend antisemitisch äußerte und Verfechter einer germanischen Rassenhygiene war. Eine Diskussion wurde zögerlich geführt und öffentlich abgebügelt. Das Ergebnis, daß Arndt weiterhin als Namenspatron der Uni Greifswald bestehen bleibt, zeigt aber auch, daß antisemitische Positionen im wissenschaftlichen Establishment ohne weiteres mehrheitsfähig sind. Etwas ähnliches passiert gerade an der FU Berlin, wo vor allem Jurist_innen und Wirtschaftswissenschaftler wieder unbeeindruckt im Bau studieren, der nach dem Antisemiten Henry Ford benannt worden ist, der Jud_innen als Zyste alegorisiert und ihre offene Entrechtung propagiert. (mehr…)

Alleingelassen und verweist – Altermedia abgeschmiert!

Seit dem 22. März ist der deutsche Ableger der weltweiten Nazi-Rotzröhre Altermedia offline. Endstation Rechts dokumentiert Spekulationen, daß Axel Möller – der Führer der deutschen NS-Info-Sektion – bei einem Autounfall ums Leben gekommen sein soll. Diese Nachricht soll, so enthüllt der NPD-Blog, bei indymedia gepostet worden sein. Die Freien Nazis sind nun ganz aufgeschreckt und völlig konsterniert. Schließlich ist ihr Info-Hitler verschwunden. (mehr…)

Autonome Rassist_innen in Russland

In Moskau sprengen sich offenbar zwei junge Frauen mit Sprengstoffgürteln in die Luft. Über 30 Menschen sterben. Medwedjew sucht nach Terrorist_innen und findet sie im Kaukasus. So wie Putin in den 90igern rüstet nun auch der neuen starke Mann und ruft zur russischen Война против террора (War on Terror). Es ist erstaunlich, wie schnell Politiker_innen kämpferisch und kriegerisch werden. Attentäter_innen mussen lediglich einen Tschador und Sprengstoffgürtel tragen und schon springt die weiße Kriegsindustrie an. (mehr…)

Kein Ort für Nazis! Nirgendwo!

Der Tagesspiegel kündigt lediglich in einer kurzen Meldung einen Partyprotest gegen rechte Gewalt. Mehr ist der Lange Tage gegen Nazis und die Übergriffe in Berlin dem bildungsbürgerlich liberalem Blatt nicht Wert. Das Neue Deutschland berichtet ausführlicher. Der rbb war ebenfalls vor Ort. Und, mensch höre und staune, auch der WDR. Bis auf die taz gibt es keine Nachberichterstattung in den bürgerlichen Medien. Ein erfolgreiches breites Bündnis gegen Nazis in Neukölln stört die Inszenierung bösartiger autonomer Horden, die den Kiez mit Gewalt unterjochen. (mehr…)

Ficken, zertreten, töten und vernichten – Ein Hit für Autonome Nationalisten

Der Rapper Makss Damage und sein eliminatorischer, todessehnsüchtiger, sexistischer und homophober Scheiß‘, den er selbst Klassenkampfrap nennt, ist mir bisher wenig aufgefallen. Eigentlich konnte ich bis dahin auch gut ohne die ekelhaften rimes leben. Aber der aktuelle Track Antideutsche Hurensöhne geht schlichtweg zu weit, als das er ignoriert werden könnte. Der linksradikale Rapper aus dem kleinen westfälischen Gütersloh bewegt sich weit abseits des radikallinken Minimalkonsens und kokettiert zu offen mit nationalem Sozialismus, eliminatorischem Antisemitismus und reproduziert patriachale Objektivierungsmechanismen, die explizit Vergewaltung und Mißbrauch als Mittel in der politischen Auseinandersetzung und Machtdominanz einschließt. (mehr…)