Archiv der Kategorie 'Filz'

Why can‘t you just leave me alone!

Ich mag die Toten Hosen ja nicht besonders. Die Ärtzte finde ich musikalisch interessanter. Sie sind wenigstens selbstironisch. Die Hosen und insbesondere der grottenschlechte Schauspieler Campino nehmen sich einfach viel zu wichtig. Aber gut. Sie haben als eine der wenigen nicht-israelischen Bands in Tel Aviv vor einem euphorischen Publikum gespielt. Dann will ich mal nicht so sein . . .

„Ich liebe doch alle Menschen!“

Da frag ich mich allerdings, warum er sie bespitzeln, verfolgen, foltern und umbringen ließ. Kann natürlich sein, daß Mielke eine andere Vorstellung von Menschsein hat. Nur mit Emphatie hatte die äußerst wenig zu tun!

Was heißt hier Junk Words?!

Auf der letzten Seite des Dschungels in der Jungle World, wo sonst die Comic Strips zu finden sind, ist jedesmal ein kryptischer Satz geschrieben, den kein Mensch so richtig kapiert. Selbst die Zeichner_innen waren lange ahnungslos, wie der Bigbeatland Comicautor und Parteigründer Andreas Michalke in einem Kommentar auf diesem Blog vor einiger Zeit bewies. Dieses Dilemma hat sich nun aufgelöst. Und nach der Eröffnung der Ausstellung Junk Word in der Galerie Knuth & Krüger der drei Zeichner_innen des Dschungels und der aktuellen Homestory sollten es dem ein oder anderem nun auch klar sein. Dieser zuweilen äußerst dialektische, beinah schon metarealististische, in jedem Fall ominöse Satz, der den Comicstrips ein Motto zu geben vorgibt, haben die Jungle World Leser_innen den Lektor_innen zu verdanken. (mehr…)

Die Konstruktion des Anderen und die Angst vor dem Fremden

In Wagners Meistersingern inszeniert der deutscheste aller Komponist_innen einen bürgerlichen Sänger_innen-Wettstreit nach strengen Regeln, in welchem dem modernen Minnesänger und reinblütig adligen, volksdeutschen Ritter Walther von Stolzing der diletantische Sixtus Beckmesser gegenüber gestellt wird. In letzterem fließt all das zusammen, was der deutsche Volkskörper nach Wagner aussondern muß. Ganz im völkischen Geist der national mythischen Gesamtkunstwerk Ideologie wird dem deutschen Adligen mit Verbindung zum quasinatürlichem Grundungsmythos der Deutschen das Andere, nämlich das vermeintlich Jüdische in der Musik, in einem Formalisten und lediglich technischem Kopierer entgegengesetzt. Die Aufgabe, die einmal – zumindest kulturalistisch – dem Judentum zugewiesen wurde, hat heute der Islam übernommen. (mehr…)

Wladimir Kaminer – ein russischer Nationalist in Berlin

Den Vorzeigerussen Wladimir Kaminer mag jeder Deutsche. Er ist witzig. Hat nix gegen Homophobie. Erzählt verrückte Sachen. Hinzu kommt, daß er so einen witzigen Akzent hat. Und wer noch ein besonderes I-Tüpfelchen braucht, der kramt seine jüdischen Wurzeln heraus. Was aber sehr viele vergessen, ist, daß Kaminer seit Jahren immer wieder abstoßende Symphatien zu russischen Nationalbolschewist_innen zeigt und neuerdings auch antisemitisch nationalistische Propaganda in der Russendisko duldet. (mehr…)

Wenn Wessis Ossis beschimpfen

Eigentlich lese ich Ivo Bozic‘ bissigen Kommentare und überraschenden Beschimpfungen gerne. Auch wenn sie nie an die eloquenten Analysen und subtilen Verbalinjurien von Magnus Klaue heranreichen, lesen sie sich nicht selten, leider in letzter Zeit seltener, erfrischend nonkonformistisch. Aber vor einigen Tagen hat er lediglich billiges Ossi Bashing eines Besserwessi abgeliefert. (mehr…)

Betten, Party und ein Boykott

Neben einem grottenschlechten, übel deutschtümelnden Kommentar von Birgit Schmidt und einem völlig uniformiert, undifferenziert sowie unreflektiertem Artikel zur Fankultur gab es aber auch interessante Beiträge in der aktuellen Jungle World. (mehr…)

Deutsch muss sterben

Slime hat eben noch immer Recht. Ihr Titel Deutschland muss sterben bezieht sich zwar auf ein Nazi-Denkmal in Hamburg. Aber die Forderung des Songs ist auch heute notwendig. In Zeiten, in denen Deutschland meint, seine Vergangenheit bewältigt zu haben und etwa das Deutsche Historische Museum dafür kritisiert wird, dass es den NS als gesamtgesellschaftliches Phänomen der Deutschen in seiner neuen Ausstellung Hitler und die Deutschen. Volksgemeinschaft und Gewalt darstellt und damit eben nicht Hitler als den Verführer und alleinigen Schuldigen an der Ermorderung von 6 Millionen Jüd_innen. Anlass für diesen Artikel ist aber nicht ein erneuter rassistischer Übergriff, Brandanschlag oder eine Nazi-Demo, sondern ein Artikel in der sonst so antideutschen Wochenzeitung Jungle World, nämlich der Kommentar Der Campus im Ghetto von Birgit Schmidt. Dabei möchte ich mich in die Reaktionen und Kommentare bei Facebook und Twitter einreihen und etwas näher auf den Inhalt des Jungle World-Beitrags eingehen. Denn der im Duktus einer Kristina Köhler daherkommende Kommentar ist mir einfach zu deutsch. (mehr…)

Definitionsmacht gegen alle!

Der Neuköllner Ex-Satanist und Sprengstofffetischist Roland Ionas Bialke mag es gar nicht, wenn etwas nicht unter Kontrolle ist. Sexualisierte Sprache kann er ebenfalls nicht leiden. Letzteres ist durchaus richtig. Jeder Diskurs und jede Diskussion um Sexismus und Genderdiskrimisierung ist wichtig. Auch die Kritik an dem sexistischen Rapper Massiv muß geführt werden. Insbesondere weil der gestern mehrfach die Grenze verletzt hat. Lächerlich wird es aber, wenn Bialke für sich die durchaus wichtige Definitionsmacht einfordert und sämtliche Gruppen und teilnehmende Einzelpersonen, die er garantiert alle namentlich nennen kann, aus emanzipatorischen Strukturen ausschließen will. Kontrolle ist eben alles! In einem Artikel bei indymedia schreibt er folgendes. (mehr…)

Wenn Infokrieger_innen recherchieren

Classless hat sich die Mühe gemacht einige Reaktionen von Infokrieger_innen und Truther_innen einzusammeln und zurückhaltend zu bewerten. Den Besorgten Menschen, der mit schon vorher als ganz besonders lächerlich aufgefallen war, hat nach seinem Lamento gegenüber einer vermeintlichen antideutschen Hetze mit einem sowas von dämmlichen Rechercheergebnis nachgelegt, daß ich dieses doch mal kurz lächerllich machen muß. (mehr…)